Schweres Schiffsunglück – mehr als 100 Tote

Auf einem Fluss in Bangladesh ist eine überladene Fähre mit einem Frachtschiff kollidiert. Mindestens 116 Passagiere sind dabei ums Leben gekommen, weitere werden noch vermisst.

Viele Vermisste: Menschen weinen um ihre Angehörigen nach dem Schiffsunglück. (13. März 2012)

Die Zahl der Todesopfer beim Untergang einer Fähre mit rund 200 Passagieren in Bangladesh ist auf mindestens 116 gestiegen. Taucher hätten im Inneren des Schiffes und auf den Decks dutzende Leichen gefunden, sagte heute der Leiter der Bergungsaktion, Gulzar Hossain. Jeder Winkel des Schiffes sei durchkämmt worden.

Die Bergungsteams suchten nun auch im Flussbett nach Leichen. Die meisten der Vermissten seien jedoch geborgen worden, sagte Hossain. Hunderte Angehörige beobachteten am Flussufer die Hilfskräfte bei ihrer Arbeit. Von den etwa 200 Insassen der Fähre konnten 75 Menschen gerettet werden.

Kollision mit Frachter

Nach Angaben eines Überlebenden begann die zweistöckige «Shariatpur 1» wenige Minuten nach ihrem Zusammenstoss mit einem Frachtkahn zu sinken. Das Unglück hatte sich in der Nacht auf Dienstag auf dem Fluss Meghna südöstlich der Hauptstadt Dhaka ereignet. Die genaue Zahl der Menschen an Bord ist nicht bekannt, da Passagierlisten in Bangladesh häufig nur oberflächlich geführt werden.

In Bangladesh, das in einem riesigen Flussdelta liegt, sind Fähren ein wichtiges Transportmittel. Immer wieder kommt es in dem bitterarmen, dicht bevölkerten Land zu Schiffsunglücken mit schweren Folgen. Ursache ist häufig die Missachtung von Sicherheitsvorschriften, oft wird die zulässige Passagierzahl überschritten. Im April 2011 waren 32 Menschen ertrunken, als ihre Fähre ein Schiffswrack rammte.

rub/kle/afp

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