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Schweres Nachbeben in Norditalien

In der Region Emilia-Romagna hat die Erde noch einmal heftig gebebt. An historischen Gebäuden entstanden weitere Schäden, einige wurden vollständig zerstört. Die Zahl der Toten ist weiter gestiegen.

Eines der schwersten je registrierten Erdbeben in Norditalien: Eine Frau sucht Trost bei ihrem Mann. (20. Mai 2012)
Eines der schwersten je registrierten Erdbeben in Norditalien: Eine Frau sucht Trost bei ihrem Mann. (20. Mai 2012)
Keystone
Das Erdbeben hat ihr Zuhause zerstört: Junge Frau in Finale Emila. (20. Mai 2012)
Das Erdbeben hat ihr Zuhause zerstört: Junge Frau in Finale Emila. (20. Mai 2012)
AFP
Einige historische Bauten sind nun einsturzgefährdet: Bei diesem Gebäude in San Felice Sul Panaro hinterliess das Erdbeben Risse. (20. Mai 2012)
Einige historische Bauten sind nun einsturzgefährdet: Bei diesem Gebäude in San Felice Sul Panaro hinterliess das Erdbeben Risse. (20. Mai 2012)
AFP
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Bei einem starken Erdbeben in Norditalien sind in der Nacht auf heute Sonntag mindestens sieben Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. An historischen Gebäuden entstanden schwere Schäden. In Bologna und weiteren Städten in der Region Emilia-Romagna liefen tausende Menschen in Panik auf die Strassen, viele im Pyjama und mit übergeworfenen Bettdecken.

Das Beben der Stärke 5,9 ereignete sich nach Behördenangaben um 4.04 Uhr und dauerte etwa 20 Sekunden. Das Epizentrum lag rund 36 Kilometer nördlich von Bologna in der Provinz Modena. Das Beben ereignete sich in einer vergleichbar geringen Tiefe von zehn Kilometern. Es wurden über 100 Nachbeben gemeldet.

Spitäler evakuiert

Am stärksten betroffen war die Gemeinde Sant'Agostino mit rund 7000 Einwohnern. Sie mussten ihre Wohnungen verlassen und wurden in einer Sporthalle untergebracht. In Mirandola bei Modena sowie in Finale Emilia bei Ferrara musste jeweils das städtische Spital aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Nach ersten Schätzungen wurden insgesamt mindestens 3000 Menschen obdachlos.

Der Erdstoss war so stark, dass er im gesamten Norden Italiens von der Emilia-Romagna über Venetien bis in die Toskana und die Lombardei sowie bis ins Tessin zu spüren war.

Regierungschef Mario Monti sagte den Opfern Hilfe zu. «In diesen Momenten fühlt das ganze Land mit denen, die leiden», sagte Monti. Er werde vorzeitig von dem Nato-Gipfel in Chicago abreisen, ergänzte er laut der Nachrichtenagentur Ansa. Als Grund nannte er auch den tödlichen Anschlag auf eine Berufsschule in Brindisi.

Fabrikarbeiter getötet

Vier Arbeiter wurden während der Nachtschicht in Fabriken durch einstürzende Dächer oder umstürzende Pfeiler erschlagen. «Er sollte überhaupt nicht da sein», sagt die Mutter eines der Opfer im Fernsehen. «Er hatte die Schicht mit einem Freund getauscht, der zum Strand gehen wollte».

Eine 37-jährige Deutsche erlitt aus Panik einen tödlichen Kreislaufzusammenbruch. Eine Seniorin wurde in ihrer Wohnung von Teilen der Decke erschlagen, sie wäre im Juni 103 Jahre alt geworden. Eine 86-Jährige erlitt einen Schlaganfall. Rund 50 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Historische Gebäude zerstört

In der Gegend um die zum Unesco-Weltkulturerbe zählende Stadt Ferrara wurden zahlreiche historische Bauten und Kirchen schwer beschädigt oder zerstört. Im Dörfchen San Felice stürzte die Kirche komplett ein, das Rathaus und weitere historische Gebäude wurden beschädigt.

Das Kulturministerium sprach von «grossen Schäden am Kulturerbe». Das italienische Fernsehen zeigte Bilder von Schuttbergen, halbeingestürzten Häusern und Kirchen mit eingestürzten Türmen. Mehrere Spitäler wurden sicherheitshalber geräumt.

Italien steht noch immer unter dem Eindruck des schweren Erdbebens in den Abbruzzen. Bei dem Erdstoss der Stärke 6,2 wurde am 6. April 2009 das mittelalterliche Zentrum von L'Aquila im Süden des Landes in ein Trümmerfeld verwandelt. 309 Menschen wurden getötet, rund 80'000 wurden obdachlos.

SDA/ami/rbi/mrs

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