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Schweizer Bergbahnen stehen still

Wegen der starken Winde fährt die Jungfraujochbahn nicht mehr. Am Freitag soll sich das Wetter beruhigen.

Die meteorologische Situation, in der sich die Schweiz seit einem Monat befindet, ist abnormal, aber gemäss Schweizer Wetterexperten nicht ungewöhnlich. (Video: Tamedia mit Material der SDA)

Nach den Stürmen Burglind und Evi macht nun Friederike Europa zu schaffen. Seit dem frühen Donnerstagmorgen haben in der Schweiz wegen der starken Winde zahlreiche Bahnen und Züge ihren Betrieb eingestellt. Heikel ist auch die Lawinengefahr, die im ganzen Wallis die zweithöchste Gefahrenstufe erreicht hat.

Die Strecke zwischen der Kleinen Scheidegg und dem Jungfraujoch ist bis auf Weiteres nicht befahrbar, da der Wind zu viel Schnee auf die Gleise geblasen hat.

Die Jungfraujochbahn stand schon wegen Sturm Burglind still. (Bild: Jean-Christophe Bott, Keystone) (9. Januar 2017)
Die Jungfraujochbahn stand schon wegen Sturm Burglind still. (Bild: Jean-Christophe Bott, Keystone) (9. Januar 2017)

Auch der Betrieb der Luftseilbahn zwischen Beatenberg und Niederhorn im Kanton Bern ist eingestellt, ebenso derjenige der Pilatusbahnen im Kanton Luzern. Auf dem Gipfel wurden Sturmböen mit Geschwindigkeiten von 164 Stundenkilometern gemessen.

Auf der Bahnstrecke Schaffhausen-Singen blockierte ein umgestürzter Baum die Verbindung. Und auch zwischen Chur und Arosa führte am Nachmittag ein umgestürzter Baum zu einem Unterbruch von mehreren Stunden. Wegen starker Winde unterbrochen waren ausserdem die Linie Gossau SG-Wasserauen und der Schiffsbetrieb auf dem Genfersee zwischen Lausanne-Ouchy VD und dem französischen Thonon-les-Bains.

Die Strecke Andermatt-Disentis/Muster (UR/GR) blieb wegen Lawinengefahr gesperrt. Auch die Verbindungen zwischen Aigle und Leysin VD und zwischen Aigle und Les Diablerets in der Waadt waren wegen des Sturms unterbrochen. Die Störung zwischen Aigle und Leysin konnte bis 17 Uhr behoben werden, die Strecke Visp und Täsch VS war bereits am Mittag wieder offen.

Nachwehen des Sturmtiefs «Evi»

Weiterhin nur beschränkt befahrbar blieb die Bahnstrecke Oensingen-Oberbuchsiten auf der Linie Solothurn-Olten. Sturmböen hatten am Mittwoch das Dach eines Unterstandes auf dem Gelände des Zeughauses in Oensingen auf die Bahngleise geweht. Dabei wurden ein Strommast und die Stromleitung beschädigt. Die Arbeiten an der beschädigten Fahrleitung laufen gemäss SBB auf Hochtouren.

Der umgeblasene Lieferwagen auf der A13.
Der umgeblasene Lieferwagen auf der A13.
Kantonspolizei St. Gallen
Sturm Evi wütete im Kanton Solothurn: Weggewehtes Hausdach hat in Oensingen einen Strommasten und die Stromleitung der SBB beschädigt.
Sturm Evi wütete im Kanton Solothurn: Weggewehtes Hausdach hat in Oensingen einen Strommasten und die Stromleitung der SBB beschädigt.
Kapo Solothurn
Ein Leserreporter fotografierte am Montagabend herumfliegenden Abfall an der Überlandstrasse in Zürich.
Ein Leserreporter fotografierte am Montagabend herumfliegenden Abfall an der Überlandstrasse in Zürich.
Leserreporter
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Das Sturmtief «Evi» war am Mittwoch durch die Schweiz gefegt und hatte viele Schäden verursacht. An mehreren Orten stürzten Bäume auf Strassen und Bahngleise und brachten den Verkehr zum Erliegen.

Wetter bleibt schlecht

Für die meisten Regionen der Schweiz gilt die Warnstufe 3. Windspitzen erreichen im Flachland Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. In den Bergen sind es gar 160 km/h. Der Wetterdienst Meteo Schweiz empfiehlt, sich nicht am Wasser, nicht auf Dächern, nicht in Wäldern oder in der Nähe von Telefonmasten aufzuhalten.

Die Warnstufen dürften aber bald gesenkt werden. In der Nacht auf Freitag schwäche sich der Sturm zunehmend ab, sagt der Meteorologe Patrick Stierli von Meteo Schweiz. Die stärkste Phase von Friederike dauert noch bis Mitternacht. «Am Freitag beruhigt sich das Wetter. Im Mittelland sind vor allem am Vormittag Aufhellungen und auch sonnige Abschnitte möglich. Der Wind lässt im Flachland voraussichtlich nach.»

Liegt Skifahren am Wochenende also wieder drin? «Das Wetter bleibt schlecht», sagt Stierli. In den Bergen winde es nach wie vor stark. Samstagmittag bis und mit Montagvormittag sei ausserdem mit starkem Schneefall zu rechnen.

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