Zum Hauptinhalt springen

Schütze von Aurora erstmals vor Gericht

Der Amokläufer von Aurora ist einem Gericht vorgeführt worden. Der 24-Jährige schwieg und machte einen verwirrten Eindruck. Die Staatsanwaltschaft könnte die Todesstrafe fordern.

Blickt ins Leere: Der 24-jährige James Holmes vor einem Gericht im amerikanischen Bundesstaat Colorado.

Mit grellorange gefärbten Haaren und einem verwirrten Gesichtsausdruck hat sich der Todesschütze von Aurora bei seinem ersten Auftritt vor Gericht seit seiner Festnahme am vergangenen Freitag präsentiert. Bei der kurzen Anhörung im US-Staat Colorado schwieg der 24-jährige James Holmes und bewegte seinen Kopf leicht auf und ab. Dem ehemaligen Doktoranden wird vorgeworfen, am Freitag während der Mitternachtspremiere des neuen «Batman»-Films «The Dark Knight Rises» das Feuer auf Kinobesucher eröffnet und zwölf von ihnen getötet zu haben. 58 Menschen wurden bei dem Blutbad verletzt. Die Anklage gegen Holmes soll am kommenden Montag erhoben werden.

Bis zum Beginn eines Prozesses gegen den 24-Jährigen dürften noch viele Wochen vergehen. Der Verdächtige weigert sich nach wie vor, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Bis das Tatmotiv klar sei, könnten Monate vergehen, sagte der Polizeichef von Aurora, Dan Oates. Staatsanwältin Carol Chambers sagte, ihr Büro denke darüber nach, die Todesstrafe für Holmes zu fordern. Eine Entscheidung darüber werde in Absprache mit den Angehörigen der Opfer getroffen.

Anklage wegen Mordes

Seit seiner Festnahme unmittelbar nach dem Blutbad in einem Kino wird Holmes im Bezirk Arapahoe in einer Einzelzelle festgehalten. Neben einer Anklage wegen Mordes droht dem Verdächtigen auch eine Anklage wegen schwerer Körperverletzung und Verstössen gegen das Waffengesetz.

Sie könne keine Angaben darüber machen, ob Holmes Medikamente einnehme, sagte Staatsanwältin Chambers angesichts des merkwürdigen Verhaltens des Verdächtigen bei dem Auftritt vor Gericht am Montag. Angehörige der Opfer beugten sich während der Anhörung in ihren Sitzen nach vorn, um einen ersten Blick auf den Verdächtigen zu erhaschen. Einige von ihnen starrten während der gesamten Anhörung auf Holmes. Zwei Frauen hielten sich gegenseitig fest die Hand, eine von ihnen schüttelte mit dem Kopf.

Batman-Maske gefunden

Wie inzwischen bekannt wurde, fanden Ermittler in der mit Sprengfallen gesicherten Wohnung des 24-Jährigen eine Batman-Maske. Noch gibt es keine Bestätigung dafür, dass der Attentäter gezielt den mit Spannung erwarteten dritten Film der «Batman»-Reihe von Regisseur Christopher Nolan für sein Verbrechen auswählte. Der New Yorker Polizeichef Ray Kelly erklärte zwar, der Schütze habe seine Haare rot gefärbt und sich als «Joker» bezeichnet – so heisst einer der Gegenspieler von Batman – die Polizei in Aurora bestätigte das jedoch nicht.

US-Präsident Barack Obama sprach den Familien der Opfer am Sonntag Trost zu. «Ganz Amerika und ein Grossteil der Welt denkt an euch», sagte er nach seiner Ankunft in Colorado. Er sei «nicht als Präsident, sondern als Vater und Ehemann» gekommen, hiess es nach einem Besuch der Universitätsklinik in der nahe Denver gelegenen Stadt Aurora, in der 23 Verletzte behandelt werden. «Wir können alle verstehen, wie es gewesen wäre, einen Menschen auf diese Weise zu verlieren.»

Obamas republikanischer Herausforderer Mitt Romney würdigte den Besuch. Die Entscheidung des US-Präsidenten, mit den Familien zusammenzutreffen, sei «das Richtige» gewesen, sagte er. Unter dem Eindruck des Amoklaufs hatten Obama und Romney den Wahlkampf am Wochenende ausgesetzt.

dapd/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch