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«Schiess mir in den Kopf! Töte mich!»

Er soll für den Tod von zehn Menschen verantwortlich sein: Alek Minassian wurde von der Polizei als Todesfahrer von Toronto identifiziert. Von seiner Verhaftung existiert ein Video.

Ein Video zeigt die Verhaftung des mutmasslichen Fahrers von Toronto. (Video: Youtube/Toronto Star)

Beim Amokfahrer von Toronto handelt es sich laut dem Polizeichef Mark Saunders um den 25-jährigen Alek Minassian. Er soll nördlich der kanadischen Metropole in Richmond Hill gelebt haben.

Der Mann sei mit zwei Identitäten durch die Welt gereist, wie es in einem Bericht der kanadischen Zeitung «The Globe and Mail» beschrieben wird. Auf der einen Seite war er der sozial auffällige Student, der selten sprach, kaum funktionierte und Probleme damit hatte, seine Ticks zu kontrollieren. Dass er überhaupt in der Lage sei, ein Fahrzeug zu steuern, hätte manch einer ihm kaum zugetraut. Auf der anderen Seite war er ein Experte, der seine Klassenkameraden die Komplexität von Computer-Chips erklären konnte.

Anschlag in Toronto: Augenzeuge berichtet von der schrecklichen Tat. (Video: Tamedia/Storyful/AP).

Minassian sei dem Bericht zufolge am Seneca College über Jahre hinweg als Mann wahrgenommen worden, der weder für Religiosität, Extremität oder Gewalttätigkeiten bekannt war.

Am 23. April fuhr er mit einem gemieteten weissen Lieferwagen um 13.27 Uhr Ortszeit im Stadtteil North York aufs Trottoir und überfuhr Dutzende Fussgänger. Die Leute seien in die Luft geschleudert worden, während der Fahrer ungebremst weiterfuhr, wie Augenzeugen berichten. Er tötete zehn Menschen und verletzte 15 weitere.

Der mutmassliche Todesfahrer von Toronto (2. von links) wird dem Richter vorgeführt. (24. April 2018)
Der mutmassliche Todesfahrer von Toronto (2. von links) wird dem Richter vorgeführt. (24. April 2018)
Alexandra Newbould/Canadian Press, Keystone
Die Polizei durchsucht das Wohnhaus von Alek Minassian in Richmond Hill. (24. April 2018)
Die Polizei durchsucht das Wohnhaus von Alek Minassian in Richmond Hill. (24. April 2018)
Chris Young/Canadian Press, Keystone
Augenzeugen trauern in Toronto.
Augenzeugen trauern in Toronto.
Aaron Vincent Elkaim/The Canadian Press via AP, AFP
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Kein Schusswechsel

Der Fahrer liess Medienberichten zufolge über zwei Kilometer rund 15 Strassenblocks hinter sich, ehe er mit zerbeulter Motorhaube auf dem Gehweg zum Stehen kam. Im Video eines Augenzeugen ist zu sehen, wie der Fahrer mit einem Gegenstand in Richtung eines Polizisten zeigt und dabei «Töte mich!» sowie «Schiess mir in den Kopf!» ruft. Zu einem Schusswechsel kam es vor seiner Festnahme aber nicht.

Ein Augenzeuge der Verhaftung berichtet, dass der mutmassliche Täter seine Tötung provozieren wollte, wie er in einem Video berichtet:

Der 25-jährigen Alek Minassian soll laut seinem LinkedIn-Profil ein Student am Seneca College in North York gewesen sein. Gerüchten in sozialen Netzwerken zufolge soll es sich dabei um einen armenisch-christlichen Namen handeln. Der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, sagte auf der Medienkonferenz, dass die Tat nicht «die nationale Sicherheit» bedrohe. Er deutete damit an, dass es sich um einen Einzelfall handelte.

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