Zum Hauptinhalt springen

Sawiris' Flüchtlingsinsel stösst auf taube Ohren

Der ägyptische Milliardär, der eine Insel für Flüchtlinge im Mittelmeer plant, hat noch keine Antwort von den Regierungen erhalten. Er zeigt sich frustriert.

Will Insel für bis zu 30'000 Flüchtlinge kaufen: Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris.(15. Oktober 2015)
Will Insel für bis zu 30'000 Flüchtlinge kaufen: Der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris.(15. Oktober 2015)
AFP

Für seinen Plan, Griechenland oder Italien eine Insel im Mittelmeer für bis zu 30.000 Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, gebe es seitens der Regierungen keine Resonanz, sagte der ägyptische Milliardär Naguib Sawiris am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im französischen Lyon. Das frustriere ihn.

Er habe 23 unbewohnte Inseln ausfindig gemacht, deren Eigentümer verkaufen wollten, sagte Sawiris. Aber seine Briefe an die Regierungschefs in Italien und Griechenland seien unbeantwortet geblieben. Dabei könnten sich die Flüchtlinge, die er als «arme Teufel» bezeichnete, auf dem von ihm gekauften Eiland eine Zukunft aufbauen. Sie könnten «Häuser, Kliniken und Schulen bauen, eine neue Stadt schaffen».

Milliardär will in Frieden mit seinem Gewissen leben

Es gehe ihm nicht um Reklame für seine Person, fügte Sawiris hinzu. Er wolle lediglich in Frieden mit seinem Gewissen leben. Der Unternehmer äusserte sich anlässlich der Einweihung des neuen Firmensitzes des Fernsehnachrichtensenders Euronews, dessen Mehrheitsgesellschafter er seit Jahresbeginn ist. Der Milliardär ist zudem unter anderem Chef des Mobilfunkunternehmens Orascom TMT, das in mehreren Staaten Afrikas und des Nahen Ostens sowie in Südkorea aktiv ist. Sawiris ist auch Besitzer eines ägyptischen Fernsehsenders.

Bei Versuchen, über das Mittelmeer Europa zu erreichen, kamen allein seit Januar etwa 3000 Flüchtlinge ums Leben. Die vorwiegend aus Afrika und Nahost stammenden Menschen sind auf der gefährlichen Reise häufig in überfüllten und untauglichen Booten unterwegs.

AFP/pat

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch