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Säureattacke auf zwei Britinnen auf Sansibar

Sie arbeiteten als Helferinnen in einer Schule: Zwei 18-jährige Britinnen sind auf der Insel Sansibar bei einem Säureangriff verletzt worden. Zuletzt stiegen in Tansania die Spannungen zwischen Christen und Muslimen.

Während der Feiern zum Ende des Fastenmonats Ramadan angegriffen: Eine der verletzten Britinnen am Flughafen von Daressalam. (8. August 2013)
Während der Feiern zum Ende des Fastenmonats Ramadan angegriffen: Eine der verletzten Britinnen am Flughafen von Daressalam. (8. August 2013)
Reuters

Zwei 18-jährige Britinnen sind bei einer Säureattacke auf der Insel Sansibar vor der Ostküste Afrikas verletzt worden. Zwei junge Männer schleuderten von einem Moped aus Säure auf die Frauen, wie die Polizei auf der zu Tansania gehörenden Insel mitteilte.

Nach Angaben der Polizei wurden die beiden Frauen am Mittwochabend während der Feiern zum Ende des Fastenmonats Ramadan in der weltweit bei Touristen beliebten Stone Town, dem historischen Zentrum der Insel, angegriffen.

Fahndung eingeleitet

Sie erlitten Verletzungen im Gesicht, im Brustbereich und an den Händen und wurden in ein Spital der tansanischen Metropole Daressalam gebracht. Laut einem Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums von Sansibar wurden die Verletzungen nicht als lebensbedrohlich eingeschätzt.

Die Polizei leitete eine Fahndung nach den beiden Angreifern ein und rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei deren Identifizierung auf. Die beiden jungen Frauen arbeiteten als freiwillige Helferinnen in einer örtlichen Schule.

Angriffe häufen sich

Es war der erste Angriff dieser Art auf Ausländer in dem 1,2 Millionen Einwohner zählenden Archipel, zu dem neben Sansibar auch die Insel Pemba zählt. Allerdings wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Angriffe auf Einheimische gemeldet – meist mit religiösem Hintergrund: So wurde im November ein Imam mit Säure angegriffen, einen Monat später ein katholischer Priester angeschossen. Im Februar wurde ein Priester getötet.

Ebenso wie in Tansania lebten Christen und Muslime bislang auch in Sansibar weitgehend friedlich nebeneinander. Doch auch auf dem tansanischen Festland wachsen die Spannungen zwischen den Religionen, die jeweils rund 35 Prozent der Bevölkerung stellen.

Bei einem Angriff auf eine Kirche im nordtansanischen Arusha wurden im Mai drei Menschen getötet und 60 weitere verletzt. Im Süden des Landes artete der Streit um die rituelle Schlachtung von Tieren in den vergangenen Wochen immer wieder in Gewalt aus – unter anderem versuchten radikale Christen, eine Moschee in Brand zu setzen.

Wegen eines Gerüchts, wonach ein christlicher Knabe auf den Koran eines muslimischen Kameraden uriniert haben soll, verwüsteten im Oktober aufgebrachte Muslime mehrere Kirchen in Daressalam.

Gefahr für Tourismus

Sansibars Behörden, allen voran der Tourismusverband, reagierten besorgt auf die Säureattacke auf die beiden 18-jährigen Britinnen. Der Vorfall «könnte den Tourismus bedrohen», warnte Verbandschef Abdul Samad am Donnerstag. Das Geschäft mit ausländischen Touristen bringt den Inseln den Hauptteil ihrer Deviseneinkünfte.

SDA/mw

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