Frauenfelder Mafia-Bosse kommen frei

Zu 12 und 14 Jahren Gefängnis waren zwei Chefs der Schweizer Zelle verurteilt worden. Das oberste Gericht Italiens gibt den Fall nun an die Vorinstanz zurück.

«Erpressung, Kokain, Heroin»: Die heimliche Videoaufzeichnung der Polizei eines Treffens des Frauenfelder Ablegers der kalabrischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta (August 2014). Bild: Keystone

«Erpressung, Kokain, Heroin»: Die heimliche Videoaufzeichnung der Polizei eines Treffens des Frauenfelder Ablegers der kalabrischen Mafiaorganisation 'Ndrangheta (August 2014). Bild: Keystone

Das oberste Gericht Italiens hat das Urteil gegen zwei Bosse der Frauenfelder Mafia-Zelle aufgehoben. Gemäss dem Urteil des Kassationshofs in Rom muss sich nun die Vorinstanz noch einmal mit dem Fall befassen, wie der «Sonntags Blick» berichtet. Die beiden Bosse der Schweizer Zelle waren bereits in erster Instanz zu hohen Haftstrafen verurteilt worden, die zweite erhöhte auf zwölf und 14 Jahre Gefängnis.

In ihrem Urteil verzichteten die Römer Richter auf jeden Aufschub und veranlassten die sofortige Freilassung der Männer. Laut deren Anwälten beurteilten die Richter alle vorgelegten Beweise für deren Mitgliedschaft in der Frauenfelder Mafia-Zelle als unzureichend. Die Anwälte hatten in ihrem Berufungsantrag von einer «stillen Mafia» gesprochen, einer Organisation, die keine einschüchternden oder erpresserischen Methoden anwende. Das neue Urteil könnte sich auch auf laufende Verfahren gegen weitere Mitglieder der Frauenfelder Zelle auswirken. Erst im Frühjahr wurden neun Mitglieder zu Haftstrafen zwischen zehn und 13 Jahren verurteilt.

scl/sda

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