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Ringier zieht Urteil gegen Journalisten weiter

Das Kreisgericht Wil verurteilte einen «Blick»-Journalisten in der St. Galler Taxi-Affäre zu einer bedingten Geldstrafe. Ringier zieht das Urteil nun ans Kantonsgericht weiter.

Der Medienkonzern geht mit dem Wiler Urteil vor das Kantonsgericht St. Gallen: Das Ringier-Gebäude in Zürich.
Der Medienkonzern geht mit dem Wiler Urteil vor das Kantonsgericht St. Gallen: Das Ringier-Gebäude in Zürich.
Keystone

Der Medienkonzern Ringier akzeptiert die Verurteilung eines «Blick«-Journalisten durch das Kreisgericht Wil SG nicht. Er zieht das Urteil an das St. Galler Kantonsgericht weiter. Riniger-Sprecher Edi Estermann bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Das Kreisgerichts hatte den Journalisten am 16. Mai zu einer bedingten Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt. Er hatte vor zwei Jahren einen Detektiv dazu gebracht, bei der Polizei Bilder von zwei Taxifahrern zu beschaffen, die der Vergewaltigung beschuldigt waren.

Eines der im «Blick» veröffentlichten Bilder zeigte einen Mann, der in der Zwischenzeit zu einer fünfeinhalbjährigen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Auf dem zweiten Foto war dessen unschuldiger Bruder zu sehen. Der Einzelrichter beurteilte die Beschaffung der Bilder als Anstiftung zu Amtsgeheimnisverletzung.

Gefahr für «hart recherchierende Journalisten»

Nach Ansicht des Ringier-Konzerns könnte mit dem Wiler Entscheid ein ein Präjudiz geschaffen werden. Laut Estermann würde jeder «hart recherchierende Journalist» Gefahr laufen, sich strafbar zu machen, wenn er mehr als offizielle Informationen verwendet. Der «Blick«-Reporter habe seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verrichtet.

SDA/kpn

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