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Rekordschneefall in Japan – 11 Tote und 1200 Verletzte

In Tokio und anderen Regionen Japans hat es seit Jahrzehnten nicht mehr so viel geschneit. Fast ein Dutzend Menschen kam bei Verkehrsunfällen ums Leben. 740 Flüge wurden gestrichen. Das Unwetter zieht nach Osten.

Wetterwarnung nach 27 Zentimetern Neuschnee: Der Verkehr in Tokio kommt zum Erliegen. (9. Februar 2014)
Wetterwarnung nach 27 Zentimetern Neuschnee: Der Verkehr in Tokio kommt zum Erliegen. (9. Februar 2014)
Keystone

Die heftigsten Schneefälle seit Jahrzehnten haben in Japan zu zahlreichen Verkehrsunfällen geführt, bei denen Medienberichten zufolge mindestens elf Menschen ums Leben kamen. Wie der Fernsehsender NHK am Sonntag berichtete, wurden bei Unfällen auf glatten Strassen im ganzen Land mehr als 1200 weitere Menschen verletzt. Über tausend Flüge wurden gestrichen, rund 20'000 Haushalte waren ohne Strom.

Für die Hauptstadt Tokio wurde erstmals seit 13 Jahren eine Wetterwarnung wegen Schneefalls ausgegeben. Die Behörden riefen die Anwohner auf, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben.

Menschen fielen von Dächern

Am Samstagabend lagen in Tokio 27 Zentimeter Schnee. So viel Schnee hatte es in der Hauptstadt nach Angaben des Wetterdienstes zuletzt vor 45 Jahren gegeben. In der Stadt Sendai im Nordosten des Landes war die Schneedecke sogar 35 Zentimeter hoch. Dort hatte es zuletzt vor 78 Jahren so viel geschneit.

In der zentralen Provinz Aichi kam ein 50-jähriger Mann ums Leben, als er mit seinem Auto von der eisglatten Strasse abkam und den Pfahl einer Anzeigentafel rammte, wie Rettungskräfte sagten. Die landesweit elf Verkehrstoten waren zumeist Autofahrer, die auf glatten Strassen die Kontrolle über ihre Wagen verloren; ein weiteres Opfer schwebte in Lebensgefahr.

Der Fernsehsender NHK berichtete zudem von 1253 Verletzten; viele von ihnen rutschten aus oder fielen beim Schneeräumen von Dächern.

Hunderte Flüge gestrichen

Am Samstag wurden landesweit mehr als 740 Flüge gestrichen, am Sonntag wurden fast 400 Inlandsflüge abgesagt. Die Flughäfen in Hiroshima und Kagawa waren wegen Schnees zwischenzeitlich geschlossen, auch der Bahnverkehr musste teilweise eingestellt werden. Laut NHK sassen am Sonntag fast 5000 Passagiere am Tokioter Flughafen Narita fest, weil keine Bahnen in die Stadt fuhren.

Mehr als 20'000 Haushalte waren am Sonntagmorgen von der Stromversorgung abgeschnitten. Grund für die Ausfälle in der Hauptstadtregion waren nach Angaben des Stromversorgers Tokyo Electric Power wetterbedingte Schäden.

Auch Fukushima unter Schneedecke

In Fukushima, wo das vor rund drei Jahren bei einer Tsunami-Katastrophe zerstörte Atomkraftwerk Fukushima Daiichi liegt, gab es am Sonntag bis zu 44 Zentimeter Schnee.

Unterdessen zogen die Schneestürme weiter nach Nordosten. Die Meteorologische Behörde warnte die Bewohner entlang der Pazifikküste vor Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu rund 61 Kilometern in der Stunde und heftigem Schneefall.

SDA/chk

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