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Prügelnde Rekruten in München angezeigt

Nach der Schlägerei vor einem Münchner Nachtclub liegt der Fall der zwei Westschweizer Rekruten bei der Staatsanwaltschaft. Einer von ihnen ist gar ein Kaderanwärter.

Den beiden Schweizer Rekruten, die am Wochenende in München Polizisten angegriffen haben, wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Fall liegt jetzt bei der Münchner Staatsanwaltschaft. Am Dienstagmorgen mussten die beiden ihrem Schulkommandanten Red und Antwort stehen.

Am frühen Sonntagmorgen hat sich im Münchner Stadtteil Schwabing Folgendes zugetragen, wie der münchner Polizeisprecher Damian Kania sagte: Während eines Polizeieinsatzes vor einer Disco beleidigte ein Schweizer Rekrut einen Polizisten. In der Folge griffen zwei seiner Kollegen - ein 22- und ein 23-Jähriger - die Polizisten an. Dabei verletzten sie einen Beamten an der Hand.

Es drohen Geldstrafe oder Haft

«Gegen beide wurde Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung erstattet», sagte Kania weiter. Der Fall liege jetzt bei der Staatsanwaltschaft. Bestenfalls - aus Sicht der Rekruten - könnte das Verfahren laut Kania eingestellt werden. Andernfalls droht ihnen eine Geld- oder gar eine Haftstrafe.

Laut Medienberichten soll es vor der Disco zu einer Schlägerei gekommen sein, weil den Schweizern der Einlass in den Club verwehrt worden war. Sie wurden vorübergehend festgenommen und gemäss Armeeangaben am Montag dem Haftrichter vorgeführt, der sie nach zwei Nächten in Haft freiliess.

Laut Armeesprecher Daniel Reist handelt es sich bei den fehlbaren Rekruten um Romands, welche die Rettungsschule in Wangen an der Aare BE absolvieren. Sie waren Teil einer 10- bis 15-köpfigen Truppe, die das Wochenende in München verbrachte.

Kein offizieller Informationsaustausch

Der zuständige Schulkommandant, Oberst Heinz Büttler, sei nun daran, die beiden einzuvernehmen, sagte Reist. Es gelte abzuklären, was genau vorgefallen sei, da die Armee keine offiziellen Informationen der Münchner Polizei erhalten habe.

Klar sei jedoch, dass die Rekruten nicht doppelt bestraft werden, da dies rechtlich nicht haltbar wäre: Sollten sie also zivilrechtlich belangt werden, drohen ihnen keine militärischen Sanktionen. Immerhin, so sagte Reist, sei der Vorfall in der Freizeit und im Ausland passiert.

«Höhere Macht»

Auch die Tatsache, dass sie am Sonntagabend nicht rechtzeitig in die Kaserne einrückten, hat laut Reist keine Konsequenzen: Sie seien durch die Verhaftung sozusagen «durch höhere Macht» am Einrücken gehindert worden. Reist bestätigte Medienberichte, wonach zumindest einer der Rekruten Kaderanwärter ist: «Sollte es zu einer Anklage oder gar zu einer Verurteilung kommen, wird er sicher nicht befördert.»

Die beiden jungen Männer sind seit Montagabend um 22 Uhr wieder in der Kaserne in Wangen an der Aare und setzten ihre Ausbildung fort.

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