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«Prinz Harry ist ein jämmerlicher Feigling»

Die Taliban haben die Aussagen Prinz Harrys scharf kritisiert. Sie seien eines echten Kriegers nicht würdig und erniedrigten alle Involvierten. Bei der Nato sieht man das ähnlich.

«Wer versucht hat meinen Kameraden etwas anzutun, ist ausgeschaltet worden»: Prinz Harry (r.) spielt mit Hauptmann Simon Beattie in Afghanistan an der Spielkonsole. (3. November 2012)
«Wer versucht hat meinen Kameraden etwas anzutun, ist ausgeschaltet worden»: Prinz Harry (r.) spielt mit Hauptmann Simon Beattie in Afghanistan an der Spielkonsole. (3. November 2012)
Keystone
Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan sagte Prinz Harry, er habe auch Menschen getötet. (12. Dezember 2012)
Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan sagte Prinz Harry, er habe auch Menschen getötet. (12. Dezember 2012)
Keystone
Sieht nicht ganz glücklich aus, gibt aber ein hoffnungsvolles Zeichen: Prinz Harry in Afghanistan.  (7. September 2012)
Sieht nicht ganz glücklich aus, gibt aber ein hoffnungsvolles Zeichen: Prinz Harry in Afghanistan. (7. September 2012)
AFP
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Die Worte des königlichen Co-Piloten eines Apache-Kampfhelikopters werfen hohe Wellen. In mehreren Interviews äusserte sich Prinz Harry nach seiner Rückkehr nach Grossbritannien zu seinem rund fünfmonatigen Einsatz in Afghanistan. Er habe dort getötet, «so wie viele andere auch», sagte Harry.

Ein Taliban-Sprecher nannte den Blaublüter deswegen einen «jämmerlichen Feigling». Gegenüber «Spiegel online» gab der Sprecher zu Protokoll, dass «kein anständiger Krieger mit ein bisschen Ehre im Leib» so prahlen würde. «Warum traut er sich eigentlich erst an die Öffentlichkeit, nachdem er zurück in seinem Palast ist?»

Schlimmer noch: Harry verglich den Krieg mit einem Computerspiel. Die Bedienung der Hellfire-Luft-Boden-Raketen und der 30-mm-Bordkanone seien «eine Freude» für ihn. «Denn ich bin einer von diesen Leuten, die gern Playstation und Xbox spielen. Und ich liebe den Gedanken, dass ich mit meinen schnellen Daumen ziemlich nützlich bin.»

Der Renner bei den Taliban

Diese Aussagen seien es nicht einmal würdig, verurteilt zu werden, sagte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid dem «Telegraph». «Den Krieg in Afghanistan mit einem Spiel zu vergleichen, erniedrigt alle – insbesondere einen Prinzen, der aus besserem Stoff gemacht sein sollte.» Es zeige nur, dass das westliche Militärbündnis nichts von der Situation verstehe und «weshalb es verliere», sagte Mujahid.

Der von «Spiegel online» zitierte, nicht namentlich genannte Taliban-Sprecher spottete, «dass die Nato solche Leute nach Afghanistan schicken muss, zeigt, wie schlimm es um sie bestellt ist». Ein anderer Taliban-Kommandant sagt, die Aussagen des Prinzen seien derzeit der grosse Renner unter den Taliban und würden mit viel Gelächter aufgenommen.

Britischer Offizier: Degradierend und respektlos

Auch ein britischer Offizier im Nato-Hauptquartier in Kabul übt gegenüber «Spiegel online» Kritik an den Worten Prinz Harrys. Den Krieg in irgendeiner Form mit einem Computerspiel zu vergleichen, sei «problematisch». Es degradiere nicht nur die Leistungen der Soldaten im Einsatz. «Es zeigt auch keinen Respekt vor den Afghanen, denen wir helfen wollen.»

Der «Telegraph» glaubt denn auch, Harrys jüngster Patzer könnte den Aufständischen in die Hände spielen – zu einer Zeit, in der der Krieg immer mehr auch ein Krieg um die Herzen der Afghanen werde.

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