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Postkarte brauchte halbes Jahrhundert für 15 Kilometer

Im Kanton Schwyz ist eine Postkarte nach fast 50 Jahren am Zielort eingetroffen. Weil sie mit 10 Rappen frankiert war, soll der Empfänger nun Porto nachzahlen.

Der Bauer kündigt an, er bringe im Sommer zwei Kälber mit: Die leicht vergilbte Postkarte.
Der Bauer kündigt an, er bringe im Sommer zwei Kälber mit: Die leicht vergilbte Postkarte.
Bote der Urschweiz

Mit einem halben Jahrhundert Verspätung wurde in Illgau SZ eine Grusskarte von der Post verteilt. Er habe die leicht vergilbte Karte mit abgebildetem Blumenstrauss am Montag in seiner Post gehabt, sagte der Sohn des verstorbenen Empfängers am Freitag zur Nachrichtenagentur SDA.

Die Karte sei gut erhalten, nur die altertümliche Handschrift habe ihn erstaunt, sagte der Sohn. Als er das Datum auf der Karte gesehen habe, sei der Fall aber klar gewesen. Die Postkarte datiert vom 16. Dezember 1965. Es handelt sich um Korrespondenz von einem Tal- zu einem Bergbauern. Beide sind inzwischen verstorben.

«Werter Paul, ich bringe 2 Kälber mit»

In dem Schreiben kündigte der Bekannte dem Bergbauern an, wie viele Tiere er auf die Alp bringen wird. «Werter Paul», beginnt der Text auf der vergilbten Postkarte, «Teile dir mit, dass ich nächsten Sommer 2 Jährling und 2 Kälber bringe. Wünsche gnadenreiche Weihnacht und ein gutes neues Jahr. Viele Grüsse.»

Die lange Zustelldauer ist für die Post ein Rätsel. Vielleicht sei die Karte bei der Verarbeitung hinter oder unter ein Möbel gerutscht, spekulierte ein Post-Sprecher gegenüber dem «Boten der Urschweiz». Grundsätzlich würden alle Sendungen ausgeliefert. Die Post stellt heute täglich 10 bis 15 Millionen Briefsendungen zu.

Die Karte war mit einer 10-Rappen-Marke frankiert. Weil dies gemäss den heutigen Bestimmungen zu wenig ist, erhielt der Empfänger eine Aufforderung, 90 Rappen nachzuzahlen. Sein Sohn fügte schmunzelnd an: «Vielleicht lasse ich mir mit der Zahlung auch 50 Jahre Zeit.»

SDA/slw

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