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Porno, Katzenmord und Leichenteile

Ein Mordfall in Kanada nimmt immer bizarrere Züge an: Nachdem bei der Regierungspartei ein Paket mit Leichenteilen eingegangen ist, hat die Polizei einen jungen Pornodarsteller zur Fahndung ausgeschrieben.

Schillernder Verdächtiger: Luka Rocco Magnotta hat viele Alias-Namen.
Schillernder Verdächtiger: Luka Rocco Magnotta hat viele Alias-Namen.
Reuters

Nach einem rätselhaften Fund abgetrennter Leichenteile in Postpaketen in Kanada hat die Polizei einen Pornodarsteller zur Fahndung ausgeschrieben. Der 29-Jährige Luka Rocco Magnotta steht unter Mordverdacht, wie die Polizei in Montreal gestern mitteilte.

Hinter seinem Wohnhaus in Montreal hatten Ermittler am Vortag einen verstümmelten menschlichen Torso in einem Koffer gefunden. Am selben Tag waren in einem Paket an die Partei des kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper ein abgetrennter Fuss und in einem weiteren Päckchen in einem Gebäude der Post in der Hauptstadt Ottawa eine Hand entdeckt worden.

Verbrechen wurde gefilmt

Erste Untersuchungen zeigten, dass der männliche Torso sowie die Hand und der Fuss zusammengehörten, teilte die Polizei mit. Warum die Körperteile von Montreal nach Ottawa geschickt wurden und der Fuss an die Zentrale der Konservativen Partei ging, blieb zunächst unklar. An eine bestimmte Person war das Paket nicht gerichtet.

Aus Ermittlungskreisen verlautete, bei dem Gesuchten handele es sich um einen Pornodarsteller. Im Internet hiess es, Magnotta habe früher Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen versucht, indem er Videos ins Netz stellte, auf denen zu sehen ist, wie er Katzen umbrachte.

Es gebe ein Video des Verbrechens. Ein Polizeisprecher sagte, es werde geprüft, ob möglicherweise weitere Leichenteile verschickt wurden. Der Verdächtige und das Opfer hätten einander gekannt. Eine Verbindung zum Organisierten Verbrechen gebe es nicht.

Den Nachbarn fiel nichts auf

Polizisten in Atemmasken durchsuchten die Wohnung des Gesuchten in Montreal. Zurück blieb eine blutgetränkte Matratze. Der Hausverwalter sagte, der Verdächtige habe seit etwa vier Monaten dort gewohnt, sei aber seit einiger Zeit nicht mehr gesehen worden. Es habe keinerlei Beschwerden über Lärm gegeben, und der Mieter habe eine Bonitätsprüfung bestanden. «Er schien ein netter Kerl zu sein», sagte Hausverwalter Eric Schorer.

Ein Mieter, der im Flur gegenüber wohnt, sagte, die Tür zur Wohnung des Verdächtigen habe gestern für einige Zeit offengestanden. Aus der Wohnung sei ein durchdringender Verwesungsgeruch in den Flur gezogen. Auch ein Sprecher der Konservativen Partei berichtete von schlimmem Geruch. «Es war ein schrecklicher Gestank. Ich bin sicher, viele uns werden das nie vergessen», sagte Sprecher Fred DeLorey.

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