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Polizei beendet Belagerung im Lorraine-Quartier

Ein Mann hatte sich heute in seiner Wohnung am Randweg in Bern verschanzt. Unterdessen ist die Situation unter Kontrolle. Der ältere Mann hatte ein medizinisches Problem.

Dutzende Polizisten waren vor Ort...
Dutzende Polizisten waren vor Ort...
Dominik Galliker
...um zirka 14 Uhr baute die Polizei einen Sichtschutz auf.
...um zirka 14 Uhr baute die Polizei einen Sichtschutz auf.
Dominik Galliker
Die Wohnung befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnlinie zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Bern Wankdorf.
Die Wohnung befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnlinie zwischen dem Hauptbahnhof und dem Bahnhof Bern Wankdorf.
Christian Häderli
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Von 8 bis 16 Uhr war ein Grossaufgebot der Polizei in der Lorraine bei der Gewerblich-Industriellen Berufsschule Bern (GIBB) im Einsatz. Der Randweg war abgesperrt und vor Ort waren Sanitäter, dutzende Polizisten und einige Feuerwehrmänner. Auch die Spezialeinheit Enzian und Experten der Sprengstoffabteilung waren an der Polizeiaktion beteiligtend.

Beim Einsatz gehe es jedoch nicht um die GIBB. In einem Haus am Randweg hatte sich ein Mann verschanzt. Seine Wohnung sollte am Morgen zwangsgeräumt werden. Es geht bei der Aktion um eine Wohnungsräumung, teilt ein Sprecher der Polizei mit.

Verschanzter Mann lebt noch

Der Mann befinde sich in der Wohnung und lebe noch, berichtete die Polizei um 13.30 Uhr. Ob es weiteren Kontakt zwischen Polizei und dem Mieter gegeben habe, wird aus taktischen Gründen nicht verraten. Wie ein Anwohner berichtet, handle es sich um einen älteren Mann, der im 1. Stock des Gebäudes wohnt. Auf ihn habe er schon mehrmals einen leicht verwirrten Eindruck gemacht, er wisse aber nicht, ob der Mann im Besitz von Waffen sei.

Um zirka 14 Uhr kommt Bewegung auf. Zunächst brachten Polizisten Gitter in die Sperrzone und bauten vor einigen ihrer Fahrzeuge ein Sichtschutz auf. Später wurde die Sperrzone erweitert. Schaulustige, vor allem Gewerbschüler, und Medienleute mussten sich rund 15 Meter weiter vom Haus entfernen. Doch auf einigen Balkonen sitzen nach wie vor Menschen, darunter auch Kinder. Die Anwohner werden von der Polizei nicht weggewiesen.

Zudem kamen um 14 Uhr einige Feuerwehrleute an. Sie bereiteten sich vor, zogen einen speziellen Anzug an, machten Gasmasken, Sauerstoffflaschen und Feuerlöscher bereit. Seither ist die Situation wieder ruhig.

Personen, deren Wohnung sich im Polizeisperrgebiet befindet, wurden am Mittag bei der Abschrankung teilweise eingelassen. Allerdings wurden Schüler weggeschickt, die das Geschehen von Fenstern im Treppenhaus der GIBB aus verfolgten, berichtet ein Reporter. Unterdessen ist das Treppenhaus abgesperrt.

Betroffenes Gebäude evakuiert

Gegen 15 Uhr begann die Polizei, alle weiteren Wohnungen im Gebäude zu evakuieren. Das Gebäude, in dem sich der Mann offenbar verschanzt hat, befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Eisenbahnlinie zwischen dem Hauptbahnhof und Bern Wankdorf. Der Bahnbetrieb wird aber durch den Vorfall nicht beeinträchtigt, bestätigten die SBB auf Anfrage.

Dass Zwangsräumungen von Wohnungen heikel sein können, ist im Kanton Bern allgemein bekannt: Im Herbst 2010 schoss in Biel ein Rentner auf Polizisten. Ihm drohte die Zwangsversteigerung des Hauses. Und im vergangenen Jahr verletzte ein Mann in Schafhausen im Emmental einen Polizisten tödlich, der bei der Zwangsräumung der Wohnung einen Weibel begleitete.

SDA/cls, chh

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