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Pistorius-Ermittler soll betrunken auf Kleinbus geschossen haben

Die Ermittlungen gegen den unter Mordverdacht stehenden Oscar Pistorius geraten ins Stocken: Endgültige Beweise liegen noch nicht vor. Nun gerät noch der Chefermittler wegen einer alten Affäre ins Kreuzfeuer.

Ein kurzer Auftritt: Der wegen Mordverdachts beschuldigte südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius ist erstmals seit Monaten wieder öffentlich vor Gericht aufgetreten. (4. Juni 2013)
Ein kurzer Auftritt: Der wegen Mordverdachts beschuldigte südafrikanische Sprinter Oscar Pistorius ist erstmals seit Monaten wieder öffentlich vor Gericht aufgetreten. (4. Juni 2013)
AFP
Auf dem Weg zum Onkel: Oscar Pistorius mit seiner Schwester Aimee. (22. Februar 2013)
Auf dem Weg zum Onkel: Oscar Pistorius mit seiner Schwester Aimee. (22. Februar 2013)
AP Photo/Nelius Rademan, Keystone
Pistorius wurde wegen seiner Leistungen weltweit gefeiert. In seinem Heimatland galt er als Held.
Pistorius wurde wegen seiner Leistungen weltweit gefeiert. In seinem Heimatland galt er als Held.
Reuters
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Der leitende Polizeiermittler im Mordfall des Paralympics-Stars Oscar Pistorius steht selbst unter dem Verdacht des versuchten Mordes. Dabei gehe es um einen Vorfall im Jahr 2009, als der Polizeioffizier zusammen mit weiteren Beamten auf einen Kleinbus mit sieben Insassen schoss, um ihn am Weiterfahren zu hindern, so der staatliche Fernsehsender SABC.

Ein brisantes Detail: Die beteiligten Beamten sollen während des Vorfalls betrunken gewesen sein. Dies sagte Polizeisprecher Neville Malila gegenüber «CNN».

Wird Botha abgelöst?

Die Polizei in Pretoria bestätigte heute, dass gegen Hilton Botha wegen siebenfachen versuchten Mordes und wegen der Benutzung einer Feuerwaffe unter Alkoholeinfluss ermittelt werde. Zwar sei der Fall aus dem Jahr 2011 zwischenzeitlich fallen gelassen worden, er werde nun aber wieder aufgenommen. Botha soll im Mai wegen Mordversuchs vor Gericht erscheinen.

Der örtliche Radiosender Eyewitness News berichtete unter Berufung auf einen Sprecher der Nationalen Anklagebehörde, Botha werde abgelöst. Er könne nicht «mit dem Fall Pistorius weitermachen», wurde der Behördensprecher zitiert. Dem widersprach Polizeisprecher Malila. Botha sei «im Moment noch mit dem Fall befasst», sagte er AFP.

Pistorius soll nicht freigelassen werden

Botha spielte gestern, am zweiten Tag der Gerichtsanhörung im Fall Pistorius, eine zentrale Rolle. Vor dem Magistratsgericht in der südafrikanischen Hauptstadt wandte er sich entschieden gegen eine Freilassung von Pistorius auf Kaution.

Der beinamputierte Profisportler wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, am Donnerstag vergangener Woche seine Freundin Reeva Steenkamp ermordet zu haben. Der 26-Jährige sagt, er habe seine Freundin aus Versehen erschossen, weil er glaubte, im Badezimmer befände sich ein Einbrecher.

Noch keine Belege

In einem Kreuzverhör des Pistorius-Anwalts Barry Roux musste Botha zugeben, dass am Tatort keine Belege dafür gefunden worden seien, die den Darstellungen von Pistorius widersprächen. Am Donnerstagmorgen wurde Pistorius in einem Polizeiwagen zur dritten Anhörung vor einem Gericht in Pretoria gebracht.

Das Drama um den Athleten, der mit spektakulären Sprints auf Beinprothesen zum Star wurde, sorgt seit Tagen weltweit für Aufsehen. Bei den Paralympics 2012 gewann Pistorius über 400 Meter Gold und über 200 Meter Silber.

AP/sda/kpn/mrs

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