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Pentagon ermittelt gegen Soldaten wegen Nacktfotos

US-Armeeangehörige sollen kompromittierende Fotos von Soldatinnen auf einer geheimen Facebookseite verbreitet haben. Den betreffenden drohen hohe Strafen.

Skandal in der US-Armee: Angehörige des Marinekorps werden von General Neller getadelt. Video: Tamedia/DVIDS

Die mutmassliche Verbreitung von Nacktfotos weiblicher Armeeangehöriger sorgt bei den US-Streitkräften für Unruhe. Das Marinekorps sei «zutiefst besorgt» über entsprechende Vorwürfe, hiess es in einer Erklärung der Teilstreitkräfte vom Montag. Das Korps der Marineinfanteristen billige ein solches Verhalten nicht, welches die Moral zerstöre, Vertrauen untergrabe und Individuen herabwürdige. Jedem Soldaten, der ein Foto eines anderen ohne dessen Wissen geteilt habe, drohten strafrechtliche sowie interne Konsequenzen.

Auf den freizügigen Fotos sollen Medienberichten zufolge weibliche Mitglieder der Marineinfanterie sowie weitere Frauen zu sehen gewesen sein. Die ohne das Wissen der Frauen aufgenommenen Bilder wurden demnach auf einer Facebook-Gruppe mit 30'000 Mitgliedern verbreitet, die mittlerweile aus dem Netz genommen wurde.

Zu Vergewaltigungen aufgerufen

Die Bilder sollen die Soldatinnen nackt oder bei sexuellen Handlungen gezeigt haben. Zum Teil wurden die Frauen offenbar mit ihrem ganzen Namen, ihrem militärischen Rang und ihrem gegenwärtigen Dienstort identifiziert. Zu den Fotos sollen Soldaten obszöne und frauenfeindliche Kommentare geschrieben und manchmal zu Vergewaltigungen aufgerufen haben.

Der Skandal hatte sich nach und nach ausgeweitet. Auch Soldaten und Veteranen aller anderen Waffengattungen sollen pornografische Aufnahmen von weiblichen Militärangehörigen im Internet geteilt haben, wie am Donnerstag veröffentlichte Recherchen der Nachrichtenseite «Business Insider» ergaben.

Bis zu sieben Jahre Gefängnis

Militärangehörige, die erotische Bilder ohne die Einwilligung der abgebildeten Personen verbreiten, können mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft werden, sagte eine Marinekorps-Sprecherin gegenüber der Zeitung «Marine Corps Times».

Wie der Sender CNN berichtete, befasst sich nun die für die Teilstreitkräfte zuständige US-Strafverfolgungsbehörde mit dem Fall. Der Vorsitzende des Ausschusses zur Kontrolle der Armee im US-Kongress, Mac Thornberry, nannte die mutmasslichen Vorgänge «verstörend» und «absolut inakzeptabel». US-Verteidigungsminister Jim Mattis sagte, dass die Täter eine «ungeheuerliche Verletzung fundamentaler Werte» begangen hätten, und forderte eine umfassende Untersuchung.

AFP/chi

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