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Papst hatte enge Beziehung zu verheirateter Frau

Gemeinsame Skiferien und Campingausflüge: Bilder und Briefe zeigen den verstorbenen Geistlichen Johannes Paul II. von einer unbekannten Seite.

Keine Hinweise auf einen Bruch des Zölibats: Papst Johannes Paul II., hier bei einem Besuch in Mexiko. (22. Januar 1999)
Keine Hinweise auf einen Bruch des Zölibats: Papst Johannes Paul II., hier bei einem Besuch in Mexiko. (22. Januar 1999)
Ricardo Mazalan, Keystone
Die BBC veröffentlichte Bilder, die den Papst unter anderem bei einem Campingausflug zeigen.
Die BBC veröffentlichte Bilder, die den Papst unter anderem bei einem Campingausflug zeigen.
Screenshot BBC
Papst Johannes Paul II. galt als konservativer Geistlicher: Hier ist er bei einem Besuch in der Schweiz. (Juni 1984)
Papst Johannes Paul II. galt als konservativer Geistlicher: Hier ist er bei einem Besuch in der Schweiz. (Juni 1984)
str, Keystone
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Jahrzehnte lang soll Papst Johannes Paul II. in engem Kontakt mit einer verheirateten Frau gestanden sein. Das berichtet der britische Sender BBC, der einen Dokumentarfilm über die geheime Beziehung veröffentlicht. Der Sender stützt sich dabei auf Hunderte Briefe und Fotos, die die Verbindung dokumentieren sollen. Die Unterlagen habe man in der polnischen Nationalbibliothek einsehen können.

Bei der Frau handelt es sich um die polnisch-amerikanische Philosophin Anna-Teresa Tymieniecka. Die Beziehung sei aber rein platonisch gewesen, der Papst habe das Zölibat nicht gebrochen. Dennoch wird die Verbindung der dreifachen Mutter mit Karol Wojtyla als sehr emotional beschrieben. Sie begann 1973, als sich Tymieniecka über ein Buch des polnischen Geistlichen erkundigte, und endete erst mit dem Tod des Papstes 2005.

Entspannter Papst beim Zelten

Laut der BBC trafen sich die beiden sowohl in Polen wie auch im Vatikan zu langen Gesprächen und Spaziergängen. Auch gemeinsame Skiferien oder Campingausflüge soll es gegeben haben. Auf den neu veröffentlichten Fotos ist ein äusserst entspannter Mann zu sehen. Ein Bild zeigt Wojtyla in kurzen Hosen und T-Shirt vor einem Zelt. Die polnische Nationalbibliothek hielt die Aufnahmen und die Briefe jahrelang zurück. Auch heute sind sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die BBC zitiert aus einem Brief, in dem der Papst die Philosophin als «Geschenk Gottes» bezeichnet. Nach Angaben des Senders geht aus der Korrespondenz hervor, dass die Frau intensive Gefühle für den Geistlichen hegte. In einem von Wojtyla verfassten Brief steht: «Du schreibst, du seist innerlich zerrissen. Aber ich konnte keine Antwort auf diese Worte finden.» Wie der «Guardian» berichtet, distanziert sich der Vatikan von der BBC-Dokumentation. Dieser enthalte «mehr Rauch als Feuer».

Auch im deutschsprachigen Fernsehen

Der Film wird in Grossbritannien am Montagabend ausgestrahlt. Am Dienstag ist er dann auch im deutschsprachigen Raum zu sehen. Der Kulturkanal Arte zeigt die einstündige Dokumentation «Die Geheimnisse von Papst Johannes Paul II.» am Mittwochabend um 20.15 Uhr.

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