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Neue Suizidthese zum Busunglück von Siders

Zwei Jahre nach dem schweren Unfall mit 28 Toten legt ein holländisches Forensikinstitut ein brisantes Gutachten zur Unfallursache vor. Die Witwe des verstorbenen Fahrers protestiert heftig.

Der Unfall ist nach wie vor ein Rätsel: Der Unglücksbus in einem Tunnel der A 9 bei Siders.
Der Unfall ist nach wie vor ein Rätsel: Der Unglücksbus in einem Tunnel der A 9 bei Siders.
Keystone

Offiziell bleibt die Ursache des Busunglücks von Siders VS im Dunkeln. Ein belgischer Reisecar war am 13. März 2012 auf der Heimfahrt von einem Skilager auf der Autobahn A 9 frontal in die Nothaltenische eines Tunnels geprallt. Für die Walliser Ermittler stehen alle möglichen Ursachen im Zusammenhang mit dem verstorbenen Chauffeur. Weil der 34-jährige Fahrer beim Unfall ums Leben kam, kann die genaue Ursache aber nicht geklärt werden. Ein medizinisches Gutachten nannte eine Unachtsamkeit oder einen Schwächeanfall als wahrscheinlichste Unfallursachen.

Damit gab sich eine Gruppe von 14 Eltern nicht zufrieden. Sie beauftragten Mitte April ein privates Forensikinstitut mit weiteren Ermittlungen. Dieses führte eine Rekonstruktion durch, allerdings nicht am Originalunfallort. Die Direktorin des Instituts Independent Forensic Services, Selma Eikelenboom, sagte am Montag einem niederländischen TV-Sender, dass die Rekonstruktion beweise, dass die Regung des Steuerrads, die den Unfall verursacht habe, bewusst ausgeführt worden sei. Dies bestätige die Hypothese eines Suizids unter Einfluss von Antidepressiva. Der Fahrer hatte täglich ein Antidepressivum eingenommen.

Die These eines Suizids war auch von der Walliser Staatsanwaltschaft erwogen, aber verworfen worden. Der behandelnde Arzt des Chauffeurs hatte angegeben, dass es keinen Anlass zur Annahme einer Selbstmordgefährdung gab.

Mehr Fragen als Antworten

Die Witwe des Chauffeurs, Evy Laermans, sagte in einer Reaktion zur Nachrichtenagentur Belga, dass die private Untersuchung mehr Fragen aufwerfe, als sie beantworte. Bei der Rekonstruktion sei ein anderer Bustyp verwendet worden, was für die Experten aus den Niederlanden keinen Unterschied mache. Jedes Fahrzeug reagiere aber unterschiedlich. Sie vertraue der Professionalität der Schweizer Ermittler.

Bereits bei der Einstellung des Verfahrens hatte die Witwe des Fahrers gesagt, dass es sich beim Ereignis um «einen Unfall und nichts anderes» handle. Sie gab der Nachrichtenagentur Belga an, viel Unterstützung zu erhalten. Sie wolle all diesen Personen danken.

SDA/vin

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