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Nachbarn bezeichnen den Schützen als stillen Einzelgänger

Nach dem Fall Kneubühl hat sich im Kanton Bern ein weiteres Drama um eine Zwangsräumung ereignet: Ein Mann schoss auf die Polizei und tötete dabei einen Beamten. Ein weiterer Polizist wurde verletzt.

Wie die TeleBärn-Reporterin vor Ort berichtet, waren schätzungsweise 20 Polizisten im Einsatz.
Wie die TeleBärn-Reporterin vor Ort berichtet, waren schätzungsweise 20 Polizisten im Einsatz.
Felix Brodmann, newspictures
Der Täter wohnte in einem Dreifamilienhaus mitten im Dorf.
Der Täter wohnte in einem Dreifamilienhaus mitten im Dorf.
Felix Brodmann, newspictures
Die Einsatzkräfte haben das Gebiet rund um das Haus des Schützen abgesperrt.
Die Einsatzkräfte haben das Gebiet rund um das Haus des Schützen abgesperrt.
Prisca Häberli, TeleBärn
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Zwei Polizisten sollten am Morgen in Schafhausen im Emmental eine Wohnung zwangsräumen, wie die Kantonspolizei Bern mitteilt. Als der 35-jährige Mieter nicht reagiert habe, hätten sie kurz nach 8 Uhr versucht, die Türe zu öffnen. Daraufhin habe der Mann aus dem Innern des Hauses auf die Polizisten geschossen und dabei einen 39-jährigen Beamten getötet, wie die Kantonspolizei Bern gegenüber Redaktion Tamedia bestätigt.

Der Polizist wurde in der Bauchgegend getroffen. Trotz Reanimationsversuchen starb er noch vor Ort. Der zweite Polizist, ein 29-Jähriger, wurde am Oberarm verletzt, konnte aber über Funk Verstärkung aufbieten.

Laut Polizeiangaben war eine weitere Patrouille zufällig in der Gegend. Sie konnte den Schützen verhaften, der sich inzwischen im Freien aufhielt.

35-Jähriger nahm nicht am Dorfleben teil

Der Schütze wird von Dorfbewohnern als eher stiller Typ beschrieben. Er wohnte in einem Dreifamilienhaus mitten im Dorf. Wie Nachbarn erzählen, hatte der gelernte Bauarbeiter in letzter Zeit offenbar psychische Probleme. Auch von finanziellen Problemen ist die Rede. Der 35-Jährige habe ab und zu als Maurer auf dem Bau gearbeitet, sei aber seit rund einem halben Jahr arbeitslos.

Im Dorf war er kaum zu sehen, er ging auswärts seiner Wege. Offenbar hatte der Mann seinen Mietzins nicht bezahlt, weil es ihm finanziell schlecht ging.

«Ausgerechnet auf dem Land – Wahnsinn»

Der Gemeindepräsident von Hasle bei Burgdorf, Walter Scheidegger, hat sich nach dem dramatischen Ereignis in Schafhausen im Emmental tief betroffen gezeigt. «Dass so etwas ausgerechnet auf dem Land geschieht, wo das friedliche Zusammenleben doch funktionieren sollte, ist ein Wahnsinn», sagte Scheidegger am Dienstag zur Nachrichtenagentur SDA. Für ihn, der seit drei Jahren Gemeindepräsident in Hasle ist, sei dies einer der schlimmsten Tiefschläge.

Scheidegger sprach der Familie des getöteten Polizisten sein Beileid aus. «Auf der Gemeindeverwaltung sind alle tief betroffen», sagte er. Schafhausen im Emmental, wo sich das Drama ereignet hatte, gehört politisch zur Gemeinde Hasle bei Burgdorf mit insgesamt rund 3000 Einwohnern.

Die Kantonspolizei Bern hat für heute um 16 Uhr eine Medienkonferenz angekündigt. Redaktion Tamedia berichtet live.

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