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Mutter sperrt Töchter jahrelang ein

Eine Frau in Schweden soll ihre drei Töchter über zehn Jahre nicht aus dem Haus gelassen haben. Die 59-Jährige ist in Haft – und bestreitet die Vorwürfe.

Hier soll die Frau die Mädchen eingesperrt haben: Die Tür zur Wohnung der Frau im südschwedischen Ort Bromölla. (19. Februar 2015)
Hier soll die Frau die Mädchen eingesperrt haben: Die Tür zur Wohnung der Frau im südschwedischen Ort Bromölla. (19. Februar 2015)
AFP

Das Schicksal dreier Töchter beschäftigt die Menschen in Schweden: Ihre eigene Mutter soll die Kinder jahrelang zu Hause eingesperrt haben. Die Frau sitzt in Untersuchungshaft, Verwandte streiten über die Hintergründe des Falls.

«Es ist die Rede von über zehn Jahren, eine sehr lange Zeit», sagte eine Polizeisprecherin in der südschwedischen Provinz Schonen am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. «Sie konnten nicht zur Schule gehen.»

Töchter beim Sozialamt untergekommen

Die Staatsanwaltschaft beantragte zudem eine Verlängerung der Untersuchungshaft der Frau, wie die Polizeisprecherin weiter sagte. Die drei Töchter befänden sich in Obhut des Sozialamtes. «Wir müssen nun herausfinden, wo und unter welchen Umständen die Töchter gelebt haben», fügte sie hinzu.

Die Zeitung «Kvällsposten» berichtet von der Festnahme der Frau.

Medien zufolge war die 59-Jährige aus der Gemeinde Bromölla festgenommen worden, nachdem sich eine der Töchter befreien und am Mittwochabend per Telefon die Polizei alarmieren konnte.

Frau bestreitet Vorwürfe

In der polizeilichen Vernehmung bestritt die Frau laut «Kvällsposten», ihre Kinder eingeschlossen zu haben. Seine Mandatin habe die Freiheit ihrer Töchter «in keiner Weise eingeschränkt», sagte ihr Anwalt Thomas Ljungdahl. Um die inzwischen erwachsenen Frauen vor ihrem Ex-Partner zu verstecken, soll die Schwedin laut dem Bericht mehrfach umgezogen sein.

Den meisten der Nachbarn in dem Mehrfamilienhaus in Bromölla war laut der Zeitung «Dagens Nyheter» nichts Besonderes aufgefallen. Nach der Festnahme zeigten sie sich schockiert. «Es war immer so friedlich und ruhig», sagte eine Nachbarin der Zeitung.

Ermittlungen eingeleitet: Polizeitechniker verlassen nach Untersuchungen das Haus, in dem sich die Wohnung der 59-Jährigen befindet. (AFP; 19. Februar 2015)
Ermittlungen eingeleitet: Polizeitechniker verlassen nach Untersuchungen das Haus, in dem sich die Wohnung der 59-Jährigen befindet. (AFP; 19. Februar 2015)

Seine Töchter seien seit rund 17 Jahren verschwunden gewesen, sagte der Vater der zwei jüngeren Frauen der «Kvällsposten»: «Ich habe meine Kinder seit Ende der 90er Jahre gesucht.» Die Nachricht von der Festnahme seiner früheren Partnerin sei ein Schock für ihn gewesen.

Der Grossmutter der Kinder zufolge soll die 59-Jährige dagegen versucht haben, ihre Kinder vor dem Vater zu schützen. Das soll auch der Grund für die Umzüge gewesen sein. «Sie hat keine Jugendlichen eingesperrt», sagte sie der «Kvällsposten». «Sie liebt ihre Kinder.»

SDA/spu

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