Mutmasslicher Sextäter von Köln stellte in der Schweiz Asylgesuch

Einer der Anführer bei den sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht konnte gefasst werden. Er lebte seit Mitte April im Empfangs- und Verfahrenszentrum des Bundes in Kreuzlingen.

Übergriffe und Diebstahldelikte: Die Kölner Silvesternacht schlug hohe Wellen. (31. Dezember 2015)

Übergriffe und Diebstahldelikte: Die Kölner Silvesternacht schlug hohe Wellen. (31. Dezember 2015)

(Bild: AFP Markus Böhm)

Einer der mutmasslichen Täter der Silvesternacht in Köln hat zehn Tage vor seiner Verhaftung in der Schweiz Asyl beantragt. Beim Datenabgleich im Empfangszentrum in Kreuzlingen TG erschien aber kein Hinweis darauf, dass der 19-jährige Marokkaner zur Verhaftung ausgeschrieben war.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat am Freitag seine Auskunft vom Donnerstag konkretisiert. Der Mann habe am 17. April im Empfangs- und Verfahrenszentrum des Bundes in Kreuzlingen ein Asylgesuch gestellt.

Am Folgetag sei er in den polizeilichen Datenbanken RIPOL und SIS überprüft worden. «Es lag kein internationales Fahndungsersuchen vor», sagte Martin Reichlin, Sprecher des SEM, am Freitagnachmittag der Nachrichtenagentur sda.

Neun Tage später wurde der 19-Jährige verhaftet. Er hatte am vergangenen Mittwoch zusammen mit einem 24-jährigen Mann im Lago Shopping-Center in Konstanz Zigaretten und Lebensmittel gestohlen. Ein Ladendetektiv verfolgte die beiden zu Fuss und verständigte die Konstanzer Polizei, als die Männer über die Grenze nach Kreuzlingen flüchteten. Dort wurden die Männer von der Konstanzer Polizei angehalten und von einer Patrouille des Schweizer Grenzwachtkorps durchsucht.

Grenzwächter erkannte 19-Jährigen

Einer der Grenzwächter erkannte den 19-Jährigen als einen mutmasslichen Täter der Übergriffe der Silvesternacht in Köln. Die anschliessende Überprüfung der Personalien bei den deutschen Behörden ergab, dass gegen den Mann ein europäischer Haftbefehl ausgestellt worden war. Er wurde festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt.

Wie das Bundesamt für Justiz am Freitag mitteilte, ist der Mann am Freitagmorgen an der Grenze den deutschen Behörden übergeben worden. Er hatte der Auslieferung zugestimmt.

bee/sda

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