Zum Hauptinhalt springen

Mörder von Marie gilt als unheilbarer Psychopath

Dem Mörder von Marie droht die lebenslange Verwahrung. Ein Gutachten stuft ihn als Psychopathen ein. Seine Erkrankung zeichnet sich bereits in frühen Jahren ab.

Maries Leiche wurde in einem Wald gefunden: Der 36-jährige Täter hatte die 19-Jährige entführt. (Bild: Kapo Waadt)
Maries Leiche wurde in einem Wald gefunden: Der 36-jährige Täter hatte die 19-Jährige entführt. (Bild: Kapo Waadt)

Der Mörder der jungen Marie gilt laut einem ersten psychiatrischen Gutachten als unheilbarer Psychopath. Der Experte beurteilt ihn als strafrechtlich voll zurechnungsfähig und sieht eine hohe Rückfallgefahr. Es stellt sich die Frage einer lebenslangen Verwahrung.

Erstellt wurde das Gutachten von einem ausserkantonalen Experten, dem Neuenburger Psychiater und Psychotherapeuten Philippe Vuille, wie die Waadtländer Staatsanwaltschaft mitteilte. Der Experte kommt in seinem Gutachten zum Schluss, dass es sich beim mutmasslichen Mörder der 19-jährigen Marie um eine mehrfach gestörte Persönlichkeit mit sexuellen Vorlieben handelt.

Lebenslange Verwahrung?

Seine psychische Erkrankung zeichnete sich bereits in frühen Jahren ab. Für Therapien zeigte er sich unzugänglich, weshalb laut dem psychiatrischen Gutachten das grosse Risiko besteht, dass der mehrfache Mörder und Vergewaltiger rückfällig werden könnte.

Aufgrund dieser Schlussfolgerungen ist es denkbar, dass die Waadtländer Justiz für den heute 36-jährigen Täter eine lebenslange Verwahrung beantragen wird. Dafür müsste allerdings ein zweites, unabhängiges Gutachten erstellt werden und zu einem ähnlichen Schluss kommen, wie der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier in der Mitteilung in Erinnerung ruft.

Ob ein solches in Auftrag gegeben wird, steht noch nicht fest. Der unabhängige Gutachter Vuille wird laut Cottier regelmässig von Behörden mit Gutachten betraut. Mit dem Mörder der jungen Marie hat er sich erstmals beschäftigt, was eine der Voraussetzungen für den Auftrag war.

Bereits mit 22 vergewaltigte und tötete er

Die Waadtländer Justiz war nach dem Tod des Opfers, der 19-jährigen Marie, heftig kritisiert worden. Denn der Mörder von Marie hatte 1998 als junger, 22-jähriger Mann seine damalige Ex-Freundin entführt, vergewaltigt und getötet. Für dieses Verbrechen, das in einem Chalet in La Lécherette VD begangen wurde, wurde er 2000 zu einer Freiheitsstrafe von 20 Jahren verurteilt.

Nachdem er zwei Drittel der Haftstrafe verbüsst hatte, lehnte das Straf- und Massnahmenvollzugsgericht des Kantons Waadt eine bedingte Entlassung des Mannes zweimal ab. Im August 2012 entschied die Strafvollzugsbehörde dann aber, dass der Mann vom Gefängnis in den Hausarrest wechseln dürfe. Er trug eine elektronische Fussfessel.

Trotzdem gelang es ihm, aus dem Hausarrest auszubrechen. Am 13. Mai 2013 entführte er bei einem Restaurant in Payerne VD die 19-jährige Marie, die er über das Internet kennengelernt hatte. Am nächsten Tag wurde der Verdächtige verhaftet. Er führte die Polizei selber zur Leiche der jungen Frau in einem Wald bei Châtonnaye FR. Gemäss Autopsiebericht wurde Marie gefesselt und später mit einem Gürtel erdrosselt. Spuren sexueller Gewalt fanden sich nicht.

SDA/ldc/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch