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Mittäter im Fall Roggwil muss 15 Jahre ins Gefängis

Im Fall des Tötungsdelikts an einem 79-jährigen Rentner hat das Gericht einen 29-jährigen Serben des Mordes und gefährlichen Raubes schuldig gesprochen.

Die Beweisführung sei zwar schwierig gewesen, sagte der Präsident des Regionalgerichts Aarwangen bei der Urteilsverkündung. Aufgrund wichtiger Indizien habe am Schluss aber ein Mosaik resultiert, das ein klares Bild abgebe.

Schwierig war etwa, dass der Beschuldigte seine Aussage mehrmals änderte und einen beispiellosen «Slalomlauf» hinlegte, wie der Gerichtspräsident ausführte. So hatte der Beschuldigte nach seiner Verhaftung im Sommer 2009 noch zugegeben, im Haus des brutal umgebrachten Rentners gewesen zu sein und die Tat mindestens beobachtet zu haben.

Zuletzt wollte er aber nur Chauffeurdienste geleistet haben. Ins Spiel brachte er überdies die Möglichkeit eines dritten Beteiligten.

Doch die vielen Indizien in Kombination mit der Analyse des Aussageverhaltens hätten das Bild des Beschuldigten als Mittäter verdeutlicht, sagte der Gerichtspräsident. Demnach sei davon auszugehen, dass es zwei Täter gegeben habe und als Komplize niemand anderes als der Beschuldigte in Frage komme.

Äusserst qualvoller Tod

Laut dem Gericht dürften die beiden Täter, die durch das offene Fenster in die Wohnung im bernischen Roggwil gelangt waren, von der Anwesenheit und der Gegenwehr des Rentners überrascht worden sein. Dadurch sei die Angelegenheit wohl aus dem Ruder gelaufen, zumal es den Tätern generell um den Einbruch gegangen sei und nicht primär um die Tötung des Mannes.

Es handle sich aber um ein schreckliches Verbrechen, betonte der Gerichtspräsident. Das Opfer, ein pensionierter Metzgermeister, müsse einen äusserst qualvollen Tod erlitten haben.

Für das fünfköpfige Gericht steht fest, dass beide Täter zum Teil gemeinsam und phasenweise auch alleine am Tatort auf das Opfer einwirkten. Der Gerichtspräsident unterstrich die «unglaubliche kriminelle Energie» beim Raubmord im Hitzesommer 2003 in Roggwil.

Laut Anklageschrift überwältigten die Tatbeteiligten den betagten Mann im Schlafzimmer und versetzten ihm Schläge und Tritte gegen Rücken, Brustkorb, Hals und Kopf. Zusätzlich fesselten und knebelten sie den Mann. Die Beute betrug rund 2000 Franken.

Dem Staatsanwalt gefolgt

Mit dem Urteil folgte das Regionalgericht dem Staatsanwalt, der eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren gefordert hatte. Die über 750 Tage Untersuchungs- und Sicherheitshaft des Verurteilten werden an die Strafe angerechnet.

Bei seinem Urteil stützte sich das Gericht vor allem auf die Aussagen des bereits veurteilten Haupttäters, die Aussagen des Beschuldigten selbst sowie die Spuren am Tatort.

Der erste Täter war 2004 gefasst und 2006 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Erst sechs Jahre nach der Tat gab er den Ermittlern den Tipp, der zur Festnahme seines Landsmannes und Komplizen führte.

Dazu veranlasste ihn nach Meinung des Staatsanwalts die Aussicht auf eine mögliche Revision seines Urteils. Ein entsprechendes Gesuch ist hängig.

SDA/js

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