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«Mit meinen schnellen Daumen bin ich nützlich»

Prinz Harry hat nach seiner Rückkehr aus Afghanistan mit der Aussage für Aufsehen gesorgt, er habe Menschen getötet. Seine Liebe zu Spielkonsolen habe zum Geschick als Helikopter-Bordschütze beigetragen.

«Wer versucht hat meinen Kameraden etwas anzutun, ist ausgeschaltet worden»: Prinz Harry (r.) spielt mit Hauptmann Simon Beattie in Afghanistan an der Spielkonsole. (3. November 2012)
«Wer versucht hat meinen Kameraden etwas anzutun, ist ausgeschaltet worden»: Prinz Harry (r.) spielt mit Hauptmann Simon Beattie in Afghanistan an der Spielkonsole. (3. November 2012)
Keystone
Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan sagte Prinz Harry, er habe auch Menschen getötet. (12. Dezember 2012)
Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan sagte Prinz Harry, er habe auch Menschen getötet. (12. Dezember 2012)
Keystone
Sieht nicht ganz glücklich aus, gibt aber ein hoffnungsvolles Zeichen: Prinz Harry in Afghanistan.  (7. September 2012)
Sieht nicht ganz glücklich aus, gibt aber ein hoffnungsvolles Zeichen: Prinz Harry in Afghanistan. (7. September 2012)
AFP
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Nach Beendigung seines Afghanistan-Einsatzes hat Prinz Harry die Briten mit der Aussage geschockt, dass er am Hindukusch auch Menschen getötet habe. «Ein Leben zu nehmen, um eines zu retten, darum drehte es sich bei uns», sagte er der britischen Nachrichtenagentur Press Association (PA). In einem Fernsehinterview mit der BBC griff der 28-Jährige zudem massiv die Zeitungen des Landes an, die über ihn vorwiegend «Müll» druckten. Die Interviews waren bereits in Afghanistan geführt worden, sie durften aber erst nach Harrys Rückkehr veröffentlicht werden.

Insgesamt war der Prinz 20 Wochen am Hindukusch stationiert, er leistete Dienst in der unruhigen südlichen Provinz Helmand. Dabei flog er auch Einsätze als Bordschütze von Kampfhelikoptern. Auf die Frage, ob er dabei auch Taliban-Kämpfer getötet habe, sagte Harry: «Ja, so wie viele andere auch.» Wer versucht habe, seinen Kameraden etwas anzutun, sei «ausgeschaltet worden».

«PlayStation und Xbox spielen»

Bei den Einsätzen habe er auch von seiner Liebe zu Spielekonsolen profitiert, berichtete der 28-Jährige. «Ich bin einer von diesen Leuten, die gern PlayStation und Xbox spielen. Und ich liebe den Gedanken, dass ich mit meinen schnellen Daumen ziemlich nützlich bin.» Vor Veröffentlichung des Interviews hatte das Verteidigungsministerium in London bekanntgegeben, dass Harry seinen Einsatz in Afghanistan beendet habe.

Im Camp Bastion, wo Harry als Hubschrauberpilot stationiert war, lebte er nach eigenen Angaben «so normal wie möglich». Er sei auch «einer von den Jungs» gewesen und genauso behandelt worden. Es habe ihn aber gestört, wenn er von anderen Soldaten angestarrt wurde, die er noch nie gesehen habe. Harry war bereits im Winter 2007/2008 zehn Wochen als Fliegerleitoffizier am Hindukusch aktiv. Der damalige Einsatz war aber aus Sicherheitsgründen abgebrochen worden, nachdem sein Aufenthaltsort bekannt geworden war.

Kritik an Medien

In einem weiteren nach Harrys Rückkehr veröffentlichten Interview übte Harry harsche Kritik an den britischen Medien. Die Zeitungen druckten «Müll» und beraubten ihn seines Privatlebens, sagte der 28-Jährige dem Sender ITV News. «Es macht mich traurig und wütend, dass die Leute mit dem Zeug durchkommen, das sie schreiben.» Sein Vater, Thronfolger Prinz Charles, sage immer, er solle die Berichte nicht lesen. Er sei jedoch überrascht, wie viele Briten diese lesen würden. Er hoffe, dass die Menschen nicht glaubten, was sie lesen.

Sein Misstrauen gegenüber den Medien führte Harry zurück auf den Tod seiner Mutter Diana, die nach einer Verfolgung durch Paparazzi 1997 in Paris bei einem Autounfall ums Leben kam. «Ich denke, es ist klar, wie weit es zurückreicht – zu der Zeit, als ich sehr klein war», sagte Harry. Zu den Nacktbildern von ihm, die nach einer Feier in Las Vegas veröffentlicht wurden, sagte er, sicher habe er viele Menschen enttäuscht, dennoch müsse seine Privatsphäre respektiert werden.

Eines der «besten» Dinge am Afghanistan-Einsatz war laut Harry, dass er «weit weg von all den Medien zu Hause» war. Diese seien «einer der wirklich negativen Aspekte» Grossbritanniens.

AFP/chk/rub

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