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Misshandlung oder normale Polizeikontrolle?

Zwei Mitarbeiter der Kantonspolizei stehen in Bern vor Gericht. Ein junger Asylbewerber wirft ihnen vor, sie hätten ihn bei einer Kontrolle im Berner Bahnhof misshandelt und schwer verletzt. Die Polizisten bestreiten dies.

Auf der einen Seite des Gerichtssaals im Berner Amthaus sitzen zwei Kantonspolizisten. Beide gross und durchtrainiert. Auf der anderen Seite hat ein 18-jähriger Asylbewerber aus Gambia Platz genommen. Ein schmächtiger Typ mit Rastafrisur, der regelmässig mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist, seit er in der Schweiz lebt. «Glaubt man wohl eher diesem pubertierenden Jüngling oder den beiden gestandenen Polizisten?», fragte der Anwalt des Asylbewerbers gestern rhetorisch. Diese Frage wird Gerichtspräsident Hans-Ulrich Gerber am Donnerstag beantworten. Dann will er sein Urteil bekannt geben.

Bis dahin steht Aussage gegen Aussage. Der junge Gambier wirft den beiden Polizisten vor, sie hätten ihn bei einer Kontrolle in Handschellen gelegt und anschliessend auf der Wache mit Faustschlägen und Fusstritten traktiert. Mit diesen Misshandlungen sollen die Polizisten dem damals 16-Jährigen den Knochen hinter der rechten Augenhöhle gebrochen haben. Man könne auch von einem Schädelbruch sprechen, sagt der Anwalt des Asylbewerbers. Dieser hatte nach seinem Aufenthalt im Inselspital Anzeige gegen die beiden Polizisten erstattet und verlangt nun wegen Körperverletzung eine Genugtuung von 5000 Franken.

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