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Millionenstrafe wegen erfundener Vergewaltigungs-Story

Für das «Rolling Stone»-Magazin endet «Eine Vergewaltigung auf dem Campus» im Debakel vor Gericht. Eine Journalistin hat mit der Geschichte den Ruf einer Eliteuniversität geschädigt.

Der Herausgeber und eine Journalistin der Zeitschrift «Rolling Stone» wurden in einem Verleumdungsprozess schuldig gesprochen: Die Journalistin Sabrina Rubin Erdely auf dem Weg ins Gerichtsgebäude in Charlottesville. (8. November 2016)
Der Herausgeber und eine Journalistin der Zeitschrift «Rolling Stone» wurden in einem Verleumdungsprozess schuldig gesprochen: Die Journalistin Sabrina Rubin Erdely auf dem Weg ins Gerichtsgebäude in Charlottesville. (8. November 2016)
Steve Helber, Keystone
Rubin Erdely muss der stellvertretenden Dekanin der Universität von Virginia, Nicole Eramo, zwei Millionen Dollar Entschädigung zahlen, das Magazin eine weitere Million: Die Vize-Dekanin Eramo nach der Verhandlung.
Rubin Erdely muss der stellvertretenden Dekanin der Universität von Virginia, Nicole Eramo, zwei Millionen Dollar Entschädigung zahlen, das Magazin eine weitere Million: Die Vize-Dekanin Eramo nach der Verhandlung.
Steve Helber, Keystone
Die Autorin hatte Eramo vorgeworfen, sie habe den Vorfall aus Furcht vertuscht, der gute Ruf der Eliteuniversität könne Schaden nehmen: Eramo und ihr Anwalt verlassen das Gerichtsgelände.
Die Autorin hatte Eramo vorgeworfen, sie habe den Vorfall aus Furcht vertuscht, der gute Ruf der Eliteuniversität könne Schaden nehmen: Eramo und ihr Anwalt verlassen das Gerichtsgelände.
Steve Helber, Keystone
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Wegen eines erfundenen Berichts über eine angebliche Gruppenvergewaltigung auf einem Universitätsgelände müssen das renommierte US-Musikmagazin «Rolling Stone» und eine seiner Reporterinnen drei Millionen Dollar Entschädigung zahlen.

Die Jury eines Bundesgerichts in Charlottesville beschloss am Montag, die Journalistin Sabrina Rubin Erdely müsse der stellvertretenden Dekanin der Universität von Virginia, Nicole Eramo, zwei Millionen Dollar Entschädigung zahlen, das Magazin eine weitere Million, wie aus den AFP vorliegenden Gerichtsunterlagen hervorging.

Gegen journalistische Grundsätze verstossen

Die Vize-Dekanin hatte 7,5 Millionen Dollar Entschädigung gefordert. In dem Beitrag des Magazins aus dem Jahr 2014 mit dem Titel «Eine Vergewaltigung auf dem Campus» hatte die Autorin Eramo vorgeworfen, sie habe den Vorfall aus Furcht vertuscht, der gute Ruf der Eliteuniversität könne Schaden nehmen. Als Zeugin für ihre vermeintliche Enthüllungsstory hatte Erdely das angebliche Opfer der Massenvergewaltigung, «Jackie», angeführt.

Doch eine Überprüfung ergab, dass die von «Jackie» erzählte Geschichte in keiner Weise der Wahrheit entsprach und es keine Vergewaltigung gab. «Rolling Stone» zog die Story zurück und entschuldigte sich, nachdem ein Prüfbericht der Universität festgestellt hatte, dass beim Verfertigen und bei der Herausgabe des Berichts gegen elementare journalistische Grundsätze verstossen worden sei.

AFP/rub

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