Zum Hauptinhalt springen

Menschenhändlerring zerschlagen – 89 entführte Kinder befreit

Menschenhändler in China haben Kinder entführt und zu hohen Preisen an kinderlose Paare verkauft. Nun konnte die Polizei die Kinder befreien. Hunderte Verdächtige wurden festgenommen.

Menschenhändlerring zerschlagen: Die Polizei befreit dutzende Kinder. (25. Dezember 2012)

Chinesische Sicherheitskräfte haben neun Menschenhändlerringe zerschlagen. Bei dem Grosseinsatz der Polizei in den südlichen Provinzen Fujian und Yunnan seien 89 Kinder befreit und 355 Verdächtige festgenommen worden, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit am Montag mit. Die Kinder seien in Pflegeheime gebracht worden. Die Polizei suche derzeit nach den Eltern.

Die Verdächtigen hätten Kinder aus mehreren Provinzen des Landes entführt und zu lukrativen Preisen verkauft, erklärte das Ministerium. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, in einem Fall sei ein einen Monat alter Junge aus Yunnan für umgerechnet rund 7500 Euro an eine Familie in Fujian verkauft worden.

Hohe Gewinnmargen

Vor allem Jungen werden in China häufig entführt und mit hohen Gewinnmargen an Paare verkauft, die keine Kinder bekommen können. Menschenhändler können laut Xinhua mit einem männlichen Baby bis zu 90'000 Yuan erzielen.

Auf Menschenhandel stehen in China hohe Strafen bis hin zur Todesstrafe. Dennoch gehen viele das Risiko ein. Die weitverbreitete Präferenz eines männlichen Erben und Chinas Ein-Kind-Politik bewirken indes, dass die Nachfrage gross ist. Überdies ist der Kauf von Kindern in China nicht strafbar. Rechtsexperten dringen auf eine Gesetzesänderung, die den Kauf von entführten Kindern unter Strafe stellen würde. Allein 2011 rettete die chinesische Polizei mehr als 8600 entführte Kinder.

dapd/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch