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Mann verfolgt Polizeiauto, das seinen Bruder verfolgt

Mit einem Video hat die Aargauer Polizei einen Temposünder überführt, der auf der A1 mit 160 km/h gefahren war. Auch dessen Bruder wurde zur Kasse gebeten.

Temposündern auf der Spur: Radarmessgerät in einem Polizeifahrzeug. (Symbolbild)
Temposündern auf der Spur: Radarmessgerät in einem Polizeifahrzeug. (Symbolbild)
Gaetan Bally, Keystone

Ein Mann fuhr im Mai 2016 mit 160 km/h über die A1 zwischen Lenzburg und dem Baregg-Tunnel. Auf der Überholspur zog er an Autos vorbei – und einer Video-Patrouille der Kantonspolizei. Die Patrouille im unscheinbaren Zivilfahrzeug nahm die Verfolgung auf und filmte den Temposünder über mehrere Kilometer. Gemessen wurde eine Geschwindigkeit von 159 km/h im 120er-Bereich – nach Abzug der Sicherheitsmarge 29 km/h zu viel.

Bei der Ausfahrt Baden-Dättwil brachten die zwei Polizisten den Westschweizer zum Stopp. Er wurde später von der Staatsanwaltschaft per Strafbefehl verurteilt und akzeptierte die Busse, schreibt die «Aargauer Zeitung».

«Bruder folgt Polizei folgt Bruder»

Doch ist die Geschichte damit nicht zu Ende. Denn hinter dem Mann war auch dessen Bruder gefahren, ebenfalls auf der Überholspur. Der 47-jährige Westschweizer hatte es genauso eilig und fuhr viel zu schnell. Er merkte dann nicht, dass die Video-Patrouille ebenfalls auf die Überholspur wechselte, sich zwischen ihn und den Bruder einreihte und diesen verfolgte. Die Combo «Bruder folgt Polizei folgt Bruder» fuhr über mehrere Kilometer mit übersetzter Geschwindigkeit über die Autobahn – bis die Polizei dem Ganzen in Baden-Dättwil ein Ende machte.

Im Gegensatz zum Bruder akzeptierte der Fahrer im hinteren Auto den Strafbefehl nicht, berichtet die «Aargauer Zeitung». Der Fall wurde deshalb vor dem Bezirksgericht Lenzburg verhandelt. Weil die Polizei nur das vordere Auto gefilmt hatte, gab es vom hinteren keinen Videobeweis für die Tempoübertretung. Der Fahrer des hinteren Autos beteuerte, dass er nicht schneller als 130 km/h gefahren sei.

Kameras entlang der Autobahn

Einer der beiden beteiligten Polizisten sagte jedoch im Gerichtssaal, dass das Fahrzeug hinter der Patrouille längere Zeit mit der gleichen Geschwindigkeit gefahren sei wie das gemessene Fahrzeug vor der Patrouille, also knapp 160 km/h. Videoaufnahmen von Kameras entlang der Autobahn zeigten zudem, dass die drei Fahrzeuge hintereinander im gleichen Abstand fuhren.

Auf den Aufnahmen waren die Kontrollschilder nicht zu sehen, sodass der Angeschuldigte noch immer abstritt, das hinterste Auto gefahren zu haben. Er drohte damit, vor Bundesgericht zu gehen.

Gerichtspräsident Daniel Aeschbach bestätigte schliesslich den Strafbefehl der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Westschweizer zu einer Busse von 400 Franken. Auch muss er 1750 Franken Verfahrenskosten zahlen. Wegen eines früheren Verkehrsdelikts könnte dem Mann ausserdem ein Ausweisentzug drohen.

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