Mafiaverdacht: Schweizer in New York verhaftet

Ein Schweizer Geschäftsmann ist in New York von FBI-Agenten verhaftet worden. Der ehemalige Bankier aus Lugano steht im Verdacht, in Betrügereien der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta verwickelt zu sein.

Der 47-jährige Schweizer wollte am Flughafen JFK in ein Flugzeug nach Zürich steigen, als er vom FBI verhaftet wurde. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bologna berichtete, soll der Tessiner für die 'Ndrangheta Geld gewaschen und Steuern hinterzogen haben.

Der Schweizer soll bei der Gründung mehrerer mafiöser Gesellschaften eine führende Rolle gespielt haben. Die Firmen investierten Gelder aus kriminellen Machenschaften kalabrischer Clans in den Kauf von Informatikmaterial. Mittels gefälschter Rechnungen forderten sie dann die Mehrwertsteuer zurück.

Direktor der UBS-Filiale in Monte Carlo

Der Mann war früher Direktor der UBS-Filiale in Monte Carlo (Monaco), wie dem Handelsregister zu entnehmen ist. Seine Verhaftung erfolgte nur wenige Tage nach der Festsetzung fünf in der Norditalien wohnhafter Kalabrier.

Das FBI machte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA am Freitag keine weiteren Angaben zum Fall. Die Ansa berichtete, die Formalitäten für eine Übergabe an die italienischen Behörden hätten bereits begonnen.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hatte bislang keine Kenntnisse von der Verhaftung. Das Generalkonsulat in New York kläre den Fall nun aber ab, sagte eine EDA-Sprecherin auf Anfrage. Falls der Verhaftete tatsächlich Schweizer ist, kann er konsularischen Schutz beantragen.

bru/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt