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Madonna und Guy Ritchie: Bilanz einer Ehe

Nun ist also auch diese Ehe am Ende: Madonna Louise Ciccone Ritchie und Guy Ritchie wollen sich scheiden lassen.

Die 50-jährige Königin des Pops, unbestritten der Welt bekannteste lebende Sängerin, und ihr zehn Jahre jüngerer Gatte, ein noch immer um Ansehen ringender britischer Filmregisseur, sehen keine gemeinsame Basis mehr für sich und ihre fünfköpfige Familie. Durchs sprichwörtlich verflixte siebte Jahr sind beide noch gekommen. Aber im achten Jahr war offenbar alles zu viel.

Erwartet worden war diese Nachricht schon einige Zeit, obwohl Madonna vor kurzem noch an der Premiere des Ritchie-Films «RocknRolla» winkend und lächelnd im Londoner Leicester Square aufgetreten war. Die förmliche Bekanntgabe des Bruchs in dieser Woche aber enthüllte schonungslos eine unüberbrückbar gewordene Entfremdung. Guy hielt sich in London auf, als das Ende der Ehe verkündet wurde. Madonna befand sich auf Tournee in New York. PR-Personal übernahm es auf beiden Seiten, die Öffentlichkeit zu informieren. Schon in den letzten Monaten, hiess es, hätten die Ehepartner hauptsächlich durch ihre Mitarbeiter miteinander kommuniziert.

Bestätigt sehen sich nun alle, die von Anfang ihre ihre Zweifel hatten. Was fand die weltberühmte Solo- Artistin aus den Vereinigten Staaten, das gleissende «Material Girl», an dem so viel jüngeren Urheber zweier britischer Gangster-Filme - einem Internatsschüler, Aristokraten-Zögling und Liebhaber der Jagd und anderer ländlicher Vergnügen? War sie gut beraten, sich in der Grafschaft Wiltshire, in der englischen Provinz, anzusiedeln und sich für eine Pub- und Tweed-Existenz zu begeistern (wenn sie nicht gerade anderswo auf der Welt in feschen Leder-Outfits herumhopste)?

Eine bunte Kinderschar

Konnten beide Ehegatten damit rechnen, dass ihre divergierenden, global gelebten Existenzen ihnen ein wirkliches Familienleben erlauben würden? Immerhin hatten sie, als sie einander im Dezember 2000 in der Grossen Halle des schottischen Schlosses Skibo das Ja-Wort gaben, mit dem kleinen Rocco bereits ein vier Monate altes Söhnchen «an der Hand». Zudem brachte Madonna ihre Tochter Lourdes, aus einer Verbindung mit dem Fitnesstrainer Carlos Leon, in die Ehe mit. Und 2006 adoptierte sie, angeblich ohne grossen Enthusiasmus ihres Mannes und in höchst umstrittener Manier, den kleinen Malawier David Banda als drittes Kind im Bunde.

Vor etwa einem Jahr begannen Gerüchte zu kursieren, wonach der Segen schief hing in den zahlreichen Häusern und Appartements der Ritchies in Wiltshire, London, New York und Kalifornien. Als die Frau des Baseball-Superstars Alex Rodriguez in diesem Sommer Madonna zornig für den Kollaps ihrer eigenen Ehe verantwortlich machte, musste sich die Sängerin gegen diese Anschuldigungen in aller Öffentlichkeit verteidigen. Bekannte und Freunde des Paares berichteten zwar, die Ritchies hätten sich ernsthaft um die Rettung ihrer Ehe bemüht. Aber am Ende war offenbar nichts mehr zu machen.

Nun soll zumindest ein «gütlicher Versuch» unternommen werden, sich ohne Inanspruchnahme von Gerichten zu trennen (wiewohl Madonna, für den Fall der Fälle, schon mal die Prominenten-Anwältin Fiona Shackleton angeheuert hat, die einst Prinz Charles gegen Diana und Paul McCartney gegen Heather Mills vertrat). Zum einen ist zu klären, wer sich um Rocco und David wird kümmern dürfen – und ob die beiden Jungs, die ja in England aufgewachsen sind, mit ihrer Mutter in die USA ziehen könnten, wenn diese es so wollte. Zum anderen bleibt das gemeinsame Vermögen aufzuteilen. Es soll sich um die Kleinigkeit von 600 Millionen Franken handeln.

Riesige Streitsumme

Sich darüber zu einigen, könnte einige Schwierigkeiten bereiten. Guy Ritchies Fürsprecher argumentierten, dass er weit «mehr für die Familie» getan habe als seine «ewig herumgondelnde» Frau. Madonnas Seite – und mit ihr die Mehrheit der Londoner Scheidungsanwälte – verweist jedoch darauf, dass sie das meiste Geld mit in die Ehe gebracht und auch später sehr viel mehr verdient habe als ihr Mann. Ein Drittel des Gesamtvermögens höchstens könne Ritchie erwarten, meinen die Experten. Der Laie hingegen fragt sich, ob den beiden Ehemüden der Gang vor Gericht für ein paar Dutzend Millionen mehr oder weniger am Ende vielleicht doch notwendig erscheint.

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