Ölverschmutzung immer bedrohlicher – verschwieg BP bisher das wahre Ausmass?

Die Ölpest hat bereits Dutzende Kilometer des hochempfindlichen Marschlandes in Louisiana zerstört. Aus dem Bohrloch gelangt mehr Öl ins Meer, als bisher von BP geschätzt.

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Wie die Behörden des US-Bundesstaates Louisiana am Donnerstag mitteilten, wurden 24 Meilen (rund 38 Kilometer) Schwemmland in der Gemeinde Plaquemines Parish durch das Öl verschmutzt. «Dort ist alles tot», sagte Billy Nungesser, der Vorsteher der Gemeinde, dem US-Sender NBC. Der Ölteppich zerstöre das Schwemmland Zentimeter für Zentimeter und werde in den kommenden Wochen und Monaten weiter an die Küste gespült, sagte Nungesser.

Die US-Regierung verlangte nach wachsender Kritik an ihrem Krisenmanagement vom BP-Konzern, wichtige Informationen und Daten zur Ölpest umgehend zu veröffentlichen. Fachleute lasteten der Regierung an, sich beim Einschätzen der Ölpest zu stark auf Angaben von BP zu verlassen statt eigene Untersuchungen durchzuführen.

Mehr Öl als erwartet

Hintergrund der Kritik war wachsendes Misstrauen darüber, wie genau die BP-Angaben über den andauernden Ölaustritt sind. Aus einem seit Donnerstag im Internet zu sehenden Live-Video vom Meeresgrund geht hervor, dass mehr Öl aus dem abgerissenen Steigrohr ins Wasser sprudelt als bisher von BP geschätzt.

Am 20. April war eine von dem britischen Ölkonzern BP betriebene Bohrinsel im Golf von Mexiko explodiert, dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich riesige Mengen Öl aus.

jak/sda

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