Zum Hauptinhalt springen

«Lehrer können nicht zur Arbeit kommen»

So ist die Stimmung im eingeschneiten Zermatt: Die Gemeindepräsidentin und Einheimische erzählen.

Zermatt ist derzeit weder mit der Bahn noch auf der Strasse erreichbar. (Video: Leserreporter)

Heftige Schneefälle sorgten dafür, dass der Walliser Ferienort Zermatt von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Seit Montag sind Strassen sowie Bahnlinien gesperrt.

«Ich bin selbstständig und wollte eigentlich noch Arbeiten am Computer erledigen», erzählt ein Einheimischer. Daraus werde wohl vorerst nichts. «Die Strassen sind fast leer, die Leute bleiben zu Hause.» Das werde wohl für viele ein gemütlicher Tag werden.

Auch alle Schulen bleiben im Dorf heute zu, wie Gemeindepräsidentin Romy Biner-Hauser «20 Minuten» bestätigt: «Viele Lehrpersonen wohnen ausserhalb und können deshalb heute nicht zur Arbeit erscheinen.» Evakuieren musste man bisher noch niemand, zwei Quartiere wurden aber gesperrt. Deren Bewohner müssten achtsam sein.

Gemeinde informiert via SMS und Telefon

Auch an Skifahren oder Wandern ist heute nicht zu denken. «Das gesamte Ski- und Wandergebiet bleibt heute geschlossen», sagt Biner-Hauser. Die Einheimischen, vor allem jene der älteren Generation, seien sich solche Situationen bereits gewöhnt und würden es gelassen nehmen.

Der erste Zug verlässt Zermatt in Richtung Täsch.
Der erste Zug verlässt Zermatt in Richtung Täsch.
Dominic Steinmann, Keystone
Ab Mittwoch 17.15 Uhr verkehren wieder Züge zwischen Zermatt und Täsch. Die Gleise sind vom Schnee befreit worden.
Ab Mittwoch 17.15 Uhr verkehren wieder Züge zwischen Zermatt und Täsch. Die Gleise sind vom Schnee befreit worden.
Matterhorn Gotthard Bahn
Seither ist die Feuerwehr im ganzen Oberwallis im Dauereinsatz.
Seither ist die Feuerwehr im ganzen Oberwallis im Dauereinsatz.
Olivier Maire, Keystone
1 / 55

«Für Junge ist das neu, und die Touristen möchten ins Skigebiet.» Dennoch erlebe sie die Stimmung gut. Die Gemeinde habe für solche Fälle einen SMS-Dienst eingerichtet und informiere auch per Telefonlawine. «Auch im Dorf sind Gemeindearbeiter für Fragen präsent.»

Leute sollen in Häusern bleiben

Markus Heckendorn ist Skilehrer und kommt schon seit mehreren Jahren nach Zermatt. «Solche Schneemassen habe ich aber noch nie gesehen», sagt er. Noch am Montag sei er auf der Piste unterwegs gewesen. Arbeiten könne er heute aber natürlich nicht mehr.

«Die Gemeinde wies die Bevölkerung an, wenn möglich in den Häusern zu bleiben, damit die Räumungsfahrzeuge mehr Platz haben.» Gefahr bestehe jedoch nicht, und die Stimmung im Dorf sei entspannt.

Genügend Schnee für gute Pisten

Das erlebt auch Pierre Pannatier vom Hotel Alpenblick so. «Es ist zwar schade, können unsere Gäste heute nicht auf die Piste. Sie erfreuen sich aber trotzdem ob der weissen Pracht», sagt der Hotelier. Einige Touristen hätten sogar beim Schneeschaufeln geholfen und machten Schneeballschlachten.

Sonst klage man immer über zu wenig Schnee. Nun hätte es bestimmt genug, damit optimale Pistenverhältnisse für die nächsten Wochen herrschten.

Mitarbeiter nach Hause geschickt

«Die Zermatter werden auch heute unser Brot essen können», sagt Reto Biner, Eigentümer der Bäckerei Biner in Zermatt. Zwar sei der Strom ausgefallen, die heutige Produktion sei jedoch schon um halb sieben fertig gewesen. «Einzig die Vorbereitungen für morgen haben sich verzögert.»

Biner habe seine Mitarbeiterin nach dem Stromausfall nach Hause geschickt. Jetzt, da der Strom jedoch wieder läuft, herrscht wieder emsiges Treiben in der Bäckerei. Das war bis jetzt ein strenger Winter, sagt Biner. «Der Schnee der letzten zwei Jahre fiel in den letzten paar Wochen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch