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Leben unter Plastik

Vor einem Monat bebte die Erde in Nepal - die Überlebenden kämpfen nun mit vielen Problemen: Die Berge sind instabil, viele Vorräte zerstört, stabile Unterkünfte fehlen. Und bald kommt der Monsun.

Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben leben Hunderttausende Menschen in Nepal noch unter Konstruktionen aus Bambus und Plastikplanen: Blick auf Kathmandu. (20. Mai 2015)
Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben leben Hunderttausende Menschen in Nepal noch unter Konstruktionen aus Bambus und Plastikplanen: Blick auf Kathmandu. (20. Mai 2015)
EPA/HARISH TYAGI
Kathmandu. (20. Mai 2015)
Kathmandu. (20. Mai 2015)
AFP PHOTO / ISHARA S. KODIKARA
Kathmandu. (23. Mai 2015)
Kathmandu. (23. Mai 2015)
EPA/Hemanta Shrestha
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Einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben leben Hunderttausende Menschen in Nepal noch unter Konstruktionen aus Bambus und Plastikplanen. «Das ist aber keine dauerhafte Lösung. In zwei bis drei Wochen beginnt der Monsun, dann brauchen die Menschen etwas Stabileres. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit», sagt Johanna Mitscherlich, die für die Hilfsorganisation Care in Nepal ist.

Ausserdem machen weitere Erdrutsche den Helfern zu schaffen. Einer blockierte am Wochenende den Fluss Kali Gandaki, zeitweise drohte eine Flutwelle. Bei dem Himalaya-Beben vor einem Monat, am 25. April, waren mehr als 8700 Menschen gestorben.

Weg der Zerstörung: Nepalesen gehen an eingestürzten Gebäuden in Trishuli nördlich von Kathmandu vorbei. (4. Mai 2015)
Weg der Zerstörung: Nepalesen gehen an eingestürzten Gebäuden in Trishuli nördlich von Kathmandu vorbei. (4. Mai 2015)
Prakash Mathema, AFP
Einige Gebiete konnten die Rettungskräfte noch nicht erreichen: Zerstörtes Dorf im Bezirk Sindhupalchok, Nepal. (3. Mai 2015)
Einige Gebiete konnten die Rettungskräfte noch nicht erreichen: Zerstörtes Dorf im Bezirk Sindhupalchok, Nepal. (3. Mai 2015)
Reuters/Navesh Chitrakar
Das Epizentrum des Bebens lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt. (25. April 2015)
Das Epizentrum des Bebens lag 80 Kilometer nordwestlich der nepalesischen Hauptstadt. (25. April 2015)
Navesh Chitrakar, Reuters
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Viele Organisationen seien dazu übergegangen, nun Wellblech-Stücke zu verteilen, sagte Mitscherlich der Nachrichtenagentur dpa. Sie könnten auch nach der Regenzeit beim Bau der Häuser verwendet werden.

Erdbebensicheres Bauen

Rund acht Millionen Menschen sind laut UNO-Schätzungen von dem Beben betroffen. Etwa eine halbe Million Häuser wurde zerstört, mehr als 250'000 schwer beschädigt. Begraben sind damit auch die Getreidevorräte und das Saatgut zahlreicher Menschen.

«Normalerweise wird in Nepal mit Ziegeln und Lehm gebaut, aber das wollen die Menschen nicht mehr, sie suchen nach Alternativen», sagte Mitscherlich. Denn sie fürchteten, bei einem erneuten Beben wieder Familienmitglieder zu verlieren.

Die internationale Gemeinschaft müsse die Überlebenden darüber aufklären, wie sie erdbebensicherer bauen können, sagte sie. «Nepal hat noch monate- und jahrelang Unterstützung nötig», ist sich Mitscherlich sicher.

«Alles ist unsicher und beängstigend»

Das gewaltige Beben der Stärke 7,8 brachte Hunderte Nachbeben mit sich. Auch am Montag zitterte die Erde wieder – sogar mit Stärke 5,0. Die Erschütterungen lösen immer wieder Erdrutsche aus. Weitere könnten im Monsun folgen, warnt die Diakonie Katastrophenhilfe. Damit könnten wichtige Zugangswege für Hilfsgüter blockiert werden.

«Alles ist so unsicher und beängstigend», sagte Sanji Puja aus dem besonders schwer getroffenen Distrikt Sindhupalchowk. Ihr Dorf Bhotang habe Hilfslieferungen mit Reis, Matten, Decken und Planen erhalten. «Aber das wird uns nicht vor Erdrutschen schützen. Wir müssen gehen», sagte sie.

Menschen wie Ishwor Shrestha aus Sindhupalchowk sind bereits zu Flüchtlingen geworden. «In unserer Ortschaft gab es 283 Haushalte. Die Hälfte der Menschen ist in einen anderen Teil des Landes gezogen», sagte Shrestha.

Katastrophe auch nach einem Monat nicht vorbei

Er habe ein Zimmer am Rand der Hauptstadt Kathmandu gemietet. «Jeder sucht jetzt nach Alternativen, weil der Regen in wenigen Wochen beginnt und es dann nicht mehr möglich sein wird, in Zelten zu leben.»

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wurden bei den Beben 26 Spitäler beschädigt. Auf dem Land sei fast keines der Gesundheitszentren mehr benutzbar. Einen Monat nach dem Erdbeben sei die Katastrophe noch lange nicht vorbei, erklärte WHO-Regionaldirektorin Poonam Khetrapal Singh.

SDA/bru

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