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Knapp 1000 Menschen durch Polizeikugeln getötet

Seit drei Jahren führt die «Washington Post» Buch und zählt, wie viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben gekommen sind. Die Zahlen für 2017 sind nun veröffentlicht.

24 mehr Todesfälle als 2016: Eine Bodycam eines Polizisten nimmt den Moment kurz vor einem Schusswechsel auf. (1. Dezember 2017)
24 mehr Todesfälle als 2016: Eine Bodycam eines Polizisten nimmt den Moment kurz vor einem Schusswechsel auf. (1. Dezember 2017)
San Francisco Police Department via AP, Keystone
2015 lag die Zahl der durch Polizeikugeln getöteten Menschen bei 995.
2015 lag die Zahl der durch Polizeikugeln getöteten Menschen bei 995.
Courtesy of KTVU-TV via AP, Keystone
22 Prozent der Erschossenen waren männliche Afroamerikaner.
22 Prozent der Erschossenen waren männliche Afroamerikaner.
(Jane Tyska/East Bay Times via AP, Keystone
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In den USA sind im vergangenen Jahr laut einem Bericht 987 Menschen durch Polizeikugeln getötet worden. Dies seien 24 Todesfälle mehr als 2016, berichtete die «Washington Post» am Montag.

2015 habe die Zahl bei 995 Getöteten gelegen. Die Zeitung erstellt seit drei Jahren eigene Statistiken zu tödlichen Polizeieinsätzen und wertet dafür Presseberichte, offizielle Veröffentlichungen und die sozialen Medien aus.

Dem Bericht zufolge waren 22 Prozent der Erschossenen männliche Afroamerikaner, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung der USA nur sechs Prozent ausmacht. 19 von ihnen waren demnach unbewaffnet, als sie von der Polizei getötet wurden. Dies waren zwei mehr als 2016, aber deutlich weniger als 2015. Damals waren laut «Washington Post» 35 unbewaffnete Afroamerikaner erschossen worden. In den vergangenen Jahren hatten Fälle von tödlicher Polizeigewalt gegen Afroamerikaner immer wieder wütende und teilweise gewalttätige Proteste in den USA ausgelöst.

Vorsichtiger geworden

2017 erschossen US-Polizisten dem Bericht zufolge insgesamt 68 Unbewaffnete, 17 mehr als 2016, aber 26 weniger als 2015. Das grosse öffentliche Bewusstsein habe dafür gesorgt, dass die Beamten bei ihren Einsätzen vorsichtiger auf unbewaffnete Personen reagieren, sagte der Polizei-Experte Chuck Wexler der «Washington Post». Laut US-Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 46 Beamten im Dienst getötet, 20 weniger als noch 2016.

Tödliche Polizeieinsätze sind in den USA deutlich häufiger als in anderen westlichen Industrieländern. In Grossbritannien wurden 2016 nach Angaben der Organisation Inquest vier Menschen von Polizisten erschossen. In Deutschland wurden im gleichen Jahr laut Recherchen des «Tagesspiegels» 13 Menschen durch Polizeikugeln getötet.

SDA/roy

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