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Kantone Waadt und Genf tauschen Mörder aus

Beide Fälle wühlten die Schweiz auf: die Ermordung der 19-jährigen Marie und jene der Sozialarbeiterin Adeline. Ihre Mörder wurden nun innerhalb des Welschlands in andere Gefängnisse verlegt.

Haben je eine junge Frau im Welschland getötet: Fabrice Anthamatten (links) und Claude Dubois.
Haben je eine junge Frau im Welschland getötet: Fabrice Anthamatten (links) und Claude Dubois.

Die Kantone Waadt und Genf haben untereinander die Mörder in Aufsehen erregenden Tötungsdelikten ausgetauscht. Der von Polen an die Schweiz ausgelieferte Täter im Mord an der Genfer Sozialtherapeutin Adeline M., Fabrice Anthamatten, wurde in einem Waadtländer Gefängnis untergebracht.

Der Mörder von Marie, Claude Dubois, wurde im Gegenzug ins Gefängnis Champ-Dollon GE überstellt, wie der Waadtländer Oberstaatsanwalt Eric Cottier heute der Nachrichtenagentur sda sagte. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Le Temps».

Dem wegen Mordes und Vergewaltigung bereits vorbestraften 36-jährigen Schweizer wird vorgeworfen, im Mai die junge Frau in Payerne VD entführt und getötet zu haben. Der Kanton Waadt wurde heftig kritisiert, dass sich der Mann vor der Tat im Hausarrest befand.

Einvernahmen in Genf

Nach dem Mord an der Sozialtherapeutin Adeline M. hatte die Genfer Justiz angekündigt, dass der mutmassliche Täter – ein schweizerisch-französischer Doppelbürger – nicht mehr in einer Genfer Strafanstalt untergebracht werde.

Gemäss «Le Temps» wurde er in der Waadt eingesperrt, um die Einvernahmen zu vereinfachen. Für die Einvernahmen wird der Mann regelmässig zur Genfer Staatsanwaltschaft gebracht.

Polen lieferte Mörder aus

Der 39-Jährige war wegen zweifacher Vergewaltigung in Genf in Haft. Er verbüsste eine Freiheitsstrafe von zwanzig Jahren. Am 12. September sollte er mit einer 34-jährigen Sozialtherapeutin eine Reittherapie absolvieren. Die Leiche der Frau wurde am Tag darauf gefunden.

Der Mörder der Sozialtherapeutin wurde nach viertägiger Flucht an der deutsch-polnischen Grenze festgenommen. Die Schweiz beantragte darauf die Auslieferung des Mannes, zu der es am vergangenen Donnerstag kam.

Der Kanton Genf geriet wegen des begleiteten Freigangs ins Kreuzfeuer der Kritik. Eine Administrativuntersuchung kam zum Schluss, dass der Häftling das Gefängnis nicht hätte verlassen dürfen. Die Genfer Regierung räumte Fehler ein.

Erst am Wochenende sorge der Mann wieder für Schlagzeilen, als der «SonntagsBlick» einen von ihm aus Polen abgeschickten Brief veröffentlichte. Darin wollte er für 1600 Franken seine Sicht der Dinge den Medien verkaufen.

SDA/rbi

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