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In Jerusalem liegt ein halber Meter Schnee

Autofahrer steckten zum Teil bis zu zehn Stunden fest: Teile von Israel wurden von einem heftigen Wintersturm heimgesucht. Dieser brachte Schneemassen, welche die Stadt Jerusalem lahmlegen.

Schneegestöber: Klagemauer und Felsendom sind eingeschneit. (13. Dezember 2013)
Schneegestöber: Klagemauer und Felsendom sind eingeschneit. (13. Dezember 2013)
AP Photo/Dusan Vranic
Liess sich nicht aus dem Konzept bringen: Diese Frau zieht ihre Bahnen unbeeindruckt vom Wetter im Schwimmbecken des David Citadel Hotel in Jerusalem. (13. Dezember 2013)
Liess sich nicht aus dem Konzept bringen: Diese Frau zieht ihre Bahnen unbeeindruckt vom Wetter im Schwimmbecken des David Citadel Hotel in Jerusalem. (13. Dezember 2013)
Brian Snyder, Reuters
Auch sie nutzen die Gunst der Stunde: Junge Männer bauen einen Schneemann auf dem Tempelberg.
Auch sie nutzen die Gunst der Stunde: Junge Männer bauen einen Schneemann auf dem Tempelberg.
Ammar Awad, Reuters
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Jerusalem und andere Höhenlagen in Israel und des Westjordanlandes sind vom schwersten Schneesturm seit langem getroffen worden. «Wir haben es mit einem Sturm zu tun, wie wir ihn noch nie erlebt haben», sagte Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat und fügte verzweifelt hinzu: «Ein Tsunami».

Barkat rief angesichts des halben Meters Neuschnee in der heiligen Stadt die Armee zur Hilfe. Regierungschef Benjamin Netanyahu, der am Vortag noch von «Jerusalem in weissem Gold - ein herzerwärmendes Bild» gesprochen hatte, musste am Freitag sogar ein Treffen mit US-Aussenminister John Kerry um Stunden verschieben, weil er wegen des Schneesturms an einer Krisensitzung teilnahm.

In der Nacht zu Freitag hatten Tausende Autofahrer zum Teil bis zu zehn Stunden auf schneebedeckten Autobahnen in den Bergen rund um Jerusalem festgesteckt. Die völlig überforderten Rettungskräfte riefen alle Eigentümer von Allradfahrzeugen um Hilfe, berichtete die Zeitung «Times of Israel».

An den steilen Passagen hatten die Fahrer der in Israel meist nur mit Sommerreifen ausgestatteten Autos auf schneeglatter Piste keine Chance. Die Polizei rief landesweit alle Menschen auf, vorsichtshalber zu Hause zu bleiben. Das Fahren auf allen Strassen sei «lebensgefährlich».

Notunterkünfte für gestrandete Autofahrer

In weiten Teilen Jerusalems fiel der Strom aus. Bäume waren unter der Schneelast zusammengebrochen und hatten die in Israel oberirdisch verlegten Stromkabel heruntergerissen. Damit sassen Zehntausende nicht nur im Dämmerlicht, sondern bibberten auch in ihren meist nur mit Strom zu beheizenden Wohnungen. Zudem sind Häuser in Israel an nordeuropäischen Standards gemessen sehr schlecht isoliert und die Fenster meist zugig.

In Jerusalem wurden Notunterkünfte für gestrandete Autofahrer eingerichtet. Dort aber gab es zunächst weder ausreichende Heizung, noch Essen oder Getränke, zitierte die Zeitung «Haaretz» Augenzeugen. Das Militär schickte hastig einen Konvoi mit Versorgungsgütern für die Notunterkünfte Richtung Jerusalem auf den Weg.

Dutzende Verletzte im Gazastreifen

Die Schulen in Jerusalem und Umgebung sowie im palästinensischen Westjordanland und im verarmten Gazastreifen blieben den zweiten Tag in Folge wegen Schnees oder in niedrigeren Lagen wegen Überschwemmungen geschlossen. Zudem blies weiter ein kräftiger Wind.

Im Gazastreifen wurden mindestens 30 Menschen bei dem Einsturz ihrer Behelfsbehausungen verletzt. Die Stromversorgung, die wegen Energiemangels ohnehin schon auf nur noch acht Stunden pro Tag beschränkt ist, brach weitgehend ganz zusammen.

Auch der Terminplan von US-Aussenminister John Kerry bei seiner neuen Vermittlungsmission zwischen Israel und den Palästinensern geriet durcheinander. Er musste ein für Donnerstagabend mit Netanyahu geplantes Treffen absagen und sprach stattdessen zunächst mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im einfacher zu erreichenden Ramallah im Westjordanland. Am Freitag musste er dann in Jerusalem einige Stunden auf Netanyahu warten. Der aber kam immerhin in Kerrys Hotel.

SDA/kpn

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