Zum Hauptinhalt springen

In Anklageschrift als «Arschloch» betitelt

Peinlicher Fehler am Landgericht Augsburg: Die Staatsanwaltschaft hat eine Anklageschrift verschickt, in welcher der Beschuldigte «Arschloch» genannt wird.

Versehentlich sei eine vorläufige Version ausgedruckt und zugestellt worden, in welcher der bearbeitende Staatsanwalt den Angeklagten so bezeichnet habe, erklärt der Chef der Augsburger Staatsanwaltschaft, Reinhard Nemetz auf Anfrage. In den offiziellen Gerichtsakten finde sich dagegen die korrekte Version.

Das Versehen sei bedauerlich und die Bezeichnung «Arschloch» auch im internen Gebrauch inakzeptabel, sagte Nemetz. Der Staatsanwalt, dem der Fehler unterlaufen sei, bedauere den Vorfall und werde sich beim Betroffenen schriftlich entschuldigen. Zudem sei er von dem Fall abgezogen worden. Die Verwendung solcher Worte entspreche nicht seinen Vorstellungen, betonte Nemetz. Er selbst habe seinem Untergebenen dazu unverblümt die Meinung gesagt.

Juristisch keine Beleidigung

Eine Beleidigung im juristischen Sinne sei das «Arschloch» in der Anklageschrift indes nicht, erklärte der Leiter der Staatsanwaltschaft. Dafür sei der Vorsatz nötig, sie öffentlich zu machen. Da das Schriftstück aber ein Internum gewesen und nur versehentlich versandt worden sei, gebe es diesen Vorsatz nicht. Man könne ja schliesslich auch in sein Tagebuch schreiben, was man wolle.

Die Beschimpfung in der Kopie der Anklageschrift sei erst aufgefallen, als der Angeklagte vor Gericht selbst darauf hingewiesen habe. Er muss sich laut Nemetz für die Einfuhr von 181 geschützten griechischen Landschildkröten verantworten.

AP/bru

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch