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Im Gericht fliegen die Fäuste

Drei Männer gerieten im kleinen Ort St. Cloud in Florida im Gerichtsgebäude in eine wüste Schlägerei. Der Prügelei ging ein brisanter Prozess um einen Doppelmord voraus.

Innert Sekunden ist aus dem lautstarken Wortgefecht zwischen drei Männern eine Schlägerei geworden. Auf einmal ist da nur noch ein Knäuel aus Beinen, Armen und Fäusten. Polizeibeamte drängen durch die Menge und versuchen, die Prügelnden auseinanderzubringen. Abgespielt hat sich diese Szene im Gerichtsgebäude in St. Cloud, Florida. Mittendrin stand ein Kamerateam des Lokalsenders WFTV, das die Keilerei filmte.

Zur Schlägerei kam es, kurz nachdem das Gericht den Prozess um einen Doppelmord vertagt hatte, um neues Beweismaterial zu sichten. Der Angeklagte Jason Clair erschoss vor rund einem Jahr die Brüder James und Joel Kun vor einem Nachtclub in St. Cloud. Kurz nach der Vertagung gerieten James Kun Sr., der Vater der getöteten Brüder, und deren Freund Jeremy Milyon in einen heftigen Streit mit dem Stiefvater des Angeklagten, James Barker. Was genau der Inhalt des Streites war, ist laut dem Nachrichtenportal «The Blaze» nicht im Detail bekannt.

Clair macht auf Zimmerman

Kurz darauf gingen die drei Männer mit den Fäusten aufeinander los. Mehrere Polizisten brachten sie, unter der Androhung ihre Taser zu verwenden, schliesslich auseinander und verhafteten sie. Christian Anderson, Polizist in St. Cloud, sagte später zu WFTV, er habe so etwas in seinen ganzen 17 Jahren als Beamter noch nie erlebt. «Offensichtlich kochten die Emotionen hoch», so Anderson.

Der Fall, in den die drei verwickelt sind, ist insofern brisant, als dass sich Jason Clair wie George Zimmerman auf das Stand-Your-Ground-Law berufen. Sprich: Der Täter behauptet, lediglich aus Selbstschutz gehandelt zu haben. Das höchst umstrittene Gesetz ist in rund 26 Bundesstaaten der USA gültig. Es besagt, dass ein Bürger, fühlt er sich denn bedroht, bis zu tödlicher Gewalt anwenden darf, um sich zu verteidigen. Seit der Teenager Trayvon Martin im Februar 2012 vom Zimmerman erschossen wurde, obwohl er unbewaffnet war, wird das Gesetz in den Vereinigten Staaten heftigst diskutiert.

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