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«Ich bin ja weltberühmt»

Erstmals haben Reporter Inzest-Täter Josef Fritzl im Gefängnis besucht. Sie wollten wissen, ob er Reue empfindet für seine Verbrechen.

Josef Fritzl ist in der Justizvollzugsanstalt Stein inhaftiert. Diese Anstalt ist das bestbewachte Gefängnis Österreichs.
Josef Fritzl ist in der Justizvollzugsanstalt Stein inhaftiert. Diese Anstalt ist das bestbewachte Gefängnis Österreichs.
Keystone
Das von Medien belagerte Haus in Amstetten, wo Fritzl seine Tochter Elisabeth während 24 Jahren missbraucht hatte. Der Inzestfall wurde vor zwei Jahren publik.
Das von Medien belagerte Haus in Amstetten, wo Fritzl seine Tochter Elisabeth während 24 Jahren missbraucht hatte. Der Inzestfall wurde vor zwei Jahren publik.
Keystone
Verurteilt wurde Fritzl wegen Mordes, Sklavenhandels, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande.
Verurteilt wurde Fritzl wegen Mordes, Sklavenhandels, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande.
Keystone
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Josef Fritzl verbüsst seine lebenslange Gefängnisstrafe in der Justizanstalt Stein, im bestbewachten Gefängnis Österreichs. Die Welt des 75-jährigen Inzest-Täters von Amstetten ist eine 11,5 Quadratmeter grosse Einzelzelle, wie die «Bild»-Zeitung schreibt. Kontakt zu anderen Häftlingen hat Fritzl nicht, selbst wenn er eine Stunde pro Tag im Gefängnishof spazieren darf. «Die Anstaltsleitung fürchtet um sein Leben, weil Sex-Verbrecher in der Knast-Hierarchie ganz unten stehen», schreiben zwei «Bild»-Reporter, die das «Inzest-Monster» im Gefängnis besucht haben.

«Josef Fritzl, grüss Gott! Aber ich muss mich ja nicht vorstellen», sagt der berühmt-berüchtigte Häftling, als er in einem abgesicherten Raum den Besuchern gegenübersitzt. Und er lächelt. «Ich bin ja weltberühmt.» Die Reporter der deutschen Boulevard-Zeitung interessieren sich vor allem für eine Frage: Bereut er seine schlimmen Verbrechen? Empfindet er Reue, dass er seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang einkerkerte, mehr als 3000 Mal vergewaltigte und mit ihr sieben Kinder zeugte?

Fritzl schweigt zu seinen Verbrechen

«Dazu will ich nichts sagen», sagt Fritzl. Dann faselt der 75-Jährige von «Liebe» zu seiner Tochter, die er auf unvorstellbare Weise quälte. Fritzl erzählt einfach weiter: Nun über seine Ehefrau - «so, als sei er ein ganz normaler Ehemann». Seine Ehefrau hat ihn nie im Gefängnis besucht, ebensowenig seine 13 Kinder. Offensichtlich verdrängt er, dass seine Familie nichts mehr von ihm wissen möchte: «Meine Kinder werden bestimmt von der Anstalt abgefangen, bevor sie zu mir kommen können», zitiert «Bild» den Mann, der in einer eigenen Welt zu leben scheint.

Und so sieht Fritzls Alltag laut «Bild» aus: «5.30 Uhr Wecken. Körperhygiene. Halbe Stunde Gymnastik. 7 Uhr: Fritzl schrubbt die Flure. 9 Uhr: Eine Stunde auf dem Fitness-Fahrrad. 10 Uhr: Fritzl bereitet das Geschirr für das Essen vor. 11 Uhr: Fritzl teilt die Speisen aus. Danach ist Mittagsruhe. Und nachmittags ist ein Hofgang erlaubt.»

«Ein unbelehrbarer Verbrecher»

Fritzl, der Paprika, Peperoni und Tomaten züchtet, erzählt von seiner Lieblingsserie im Fernsehen, «Two and a Half Men» mit Charlie Sheen. Der Knabe, der da mitspiele, erinnere ihn an seinen Sohn. Das lockere ihn auf, das brauche er zum Lachen. «Es zerstört doch die Seele, wenn man immer todtraurig ist», sagt der Mann, der im vergangenen Jahr wegen Mordes, Sklavenhandels, Vergewaltigung, Freiheitsentziehung, schwerer Nötigung und Blutschande verurteilt worden war.

Nach 70 Minuten beenden die beiden «Bild»-Reporter ihren Besuch bei Fritzl. Ihr Fazit: «Das Inzest-Monster von Amstetten ist ein unbelehrbarer Verbrecher. Uneinsichtig. Die Wahrheit selbst zurechtgemauert. So wie das Verlies, in dem er seine eigenen Kinder gefangenhielt.»

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