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Hulk Hogan erhält 115 Millionen Dollar wegen Sex-Video

Die Internetseite «Gawker» veröffentlichte ein Video, dass den früheren US-Wrestler Hulk Hogan beim Sex mit der Frau eines Freundes zeigt. Jetzt soll er Schadenersatz erhalten.

Er habe sich «komplett gedemütigt gefühlt»: Hulk Hogan bei seiner Zeugenaussage vor Gericht in St. Petersburg in Florida. (8. März 2016)
Er habe sich «komplett gedemütigt gefühlt»: Hulk Hogan bei seiner Zeugenaussage vor Gericht in St. Petersburg in Florida. (8. März 2016)
John Pendygraft, Keystone

Weil die ganze Welt ein heimlich gedrehtes Sex-Video mit ihm als Hauptdarsteller zu sehen bekam, sind dem früheren US-Wrestler Hulk Hogan 115 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen worden. Zahlen muss die Internetseite «Gawker», die das Video veröffentlicht hatte. Der 62-Jährige brach bei der Verkündung des Urteils, das in Florida von einer sechsköpfigen Jury gesprochen wurde, in Tränen aus.

Das Video ist eine Minute und 41 Sekunden lang und zeigt Hogan beim Sex mit der Frau eines Freundes. «Gawker» veröffentlichte die offenbar heimlich gedrehten Aufnahmen, die dann sieben Millionen Mal angeklickt wurden. Nach Angaben seines Anwalts David Houston bat der frühere Wrestler das Portal, das Video zu entfernen. Es blieb aber ein halbes Jahr online.

«Komplett gedemütigt»

Hogan und sein Verteidigerteam argumentierten vor Gericht, die Veröffentlichung der Aufnahmen habe seine Privatsphäre verletzt und ihm psychisch zugesetzt. «Ich habe mich komplett gedemütigt gefühlt», sagte Hogan, der eigentlich Terry Bollea heisst, in dem Prozess aus. Sein Freund führte demnach eine offene Ehe und wünschte sich, dass er mit seiner Frau ins Bett gehe. Schliesslich habe er eingewilligt, von den Aufnahmen habe er aber nichts gewusst.

Das Portal «Gawker», das neben Klatschgeschichten auch politische Themen aufgreift, berief sich seinerseits auf das Recht auf freie Meinungsäusserung, das von der US-Verfassung geschützt wird. Ausserdem gehöre es zum Berühmtsein dazu, dass Bilder und Videos, auch anstössige, veröffentlicht würden, argumentierte der Anwalt Michael Berry.

Eine Verletzung der Privatsphäre

Nach mehrstündigen Beratungen entschied die sechsköpfige Jury am Freitag schliesslich jedoch zugunsten von Hogan, der bei der Urteilsverkündung in Tränen ausbrach. Sein Mandant sei «ausserordentlich glücklich», sagte Hogans Anwalt Houston. Das Urteil schiebe dem «Eindringen in die Privatsphäre, getarnt als Journalismus» einen Riegel vor.

Der Chef und Gründer der Gesellschaft Gawker Media, Nick Denton, kündigte Berufung gegen die Entscheidung an und zeigte sich optimistisch, dass diese Erfolg haben wird. Der Jury seien «wichtige Beweismittel» sowie Zeugen vorenthalten worden, sagte er. Die Berufung werde bereits vorbereitet.

Hogan zehrt noch heute von seinem Ruhm als einer der bekanntesten Wrestler der USA. Seine Markenzeichen sind sein Kopftuch und der lange Schnauzbart. Immer wieder trat der heute 62-Jährige auch in TV-Serien und als Moderator auf.

AFP/mch

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