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Hier liegt die MS Schwan auf Grund

Die fast 100-jährige MS Schwan lag im Zugersee auf Grund. Mit einem Spezialkran wurde sie nun an Land geholt – im Frühling 2014 soll das Schiff wieder wassern. Taucher haben den Oldtimer gefilmt.

Wurde während des Anhebens leergepumpt. (7. August 2013)
Wurde während des Anhebens leergepumpt. (7. August 2013)
Keystone
Nach nicht knapp einem Tag auf dem Seegrund wieder an der Oberfläche: Die MS Schwan wird gehoben. (7. August 2013)
Nach nicht knapp einem Tag auf dem Seegrund wieder an der Oberfläche: Die MS Schwan wird gehoben. (7. August 2013)
Keystone
Es wurde um 1918 gebaut und verkehrte lange auf Elbe und Nordsee, bevor es in die Schweiz kam.
Es wurde um 1918 gebaut und verkehrte lange auf Elbe und Nordsee, bevor es in die Schweiz kam.
zvg
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Die Instandsetzung der historischen MS Schwan, die im Gewitter vom Dienstag im Zuger Hafen gesunken ist, dürfte Kosten «sicher im sechsstelligen Bereich» verursachen, wie Schwan-Geschäftsführer Stefan Hellstern sagte. Für die Reparatur habe man zwei «Top-Spezialisten» beigezogen.

Hellstern hofft, das Schiff im Frühling 2014 wieder auf Kurs schicken zu können. Für einen Teil der Kosten werde die Versicherung aufkommen. Ob der Verein MS Schwan zudem eine Spendenaktion lancieren werde, sei noch offen.

In einer aufwendigen Bergungsaktion wurde die Schwan gestern Abend gehoben. Am Mobiliar und der weiteren Inneneinrichtung «haben wir nahezu Totalschaden», sagte Hellstern. Das Dach sei bei der Bergung verletzt worden und mit Sicherheit gebe es Schäden an der elektrischen Einrichtung. Dagegen könne man annehmen, dass Motor und Maschinenraum wieder in Gang zu bringen seien.

Spezialisten aus Zürich

Als erstes muss das 95 Jahre alte Motorschiff nun aber trocknen. Wohin es für die Reparatur gebracht wird, ist gemäss Auskunft von Zugersee Schifffahrt noch nicht festgelegt.

Für die Wieder-Instandsetzung hat Hellstern zwei Mechaniker aus dem Kanton Zürich beigezogen. Die beiden seien Schiff-Spezialisten, hätten auch schon gesunkene Schiffe wieder flott gemacht. Kurz gesagt, seien sie «der Hammer», so Hellstern.

Gestern Morgen war auf der Wasseroberfläche noch ein dünner Film von ausgelaufenem Treibstoff zu sehen gewesen, die Feuerwehr verwendete Ölbinder. Die Schicht sei mittlerweile bekämpft, sagt Bruno Mathis vom Amt für Umweltschutz des Kantons Zug, «offenbar sind weder Fische noch die Umwelt zu Schaden gekommen». An Bord des Schiffs befanden sich gestern Abend etwa 300 Liter Diesel, etwa zehn Prozent davon – also etwa 30 Liter – sind ausgelaufen.

«Ein Stück Geschichte ist gesunken»

Stefan Hellstern, Geschäftsführer der MS Schwan, war bei der Rettungsaktion dabei. Was mit seinem Schiff passiert ist, mache ihn sehr betroffen, sagt er gegenüber Redaktion Tamedia. «Mit der Schwan ist nicht nur ein Boot gesunken, sondern ein grosses Stück Geschichte», so Hellstern. An Bord hätten sich viele Dinge mit historischem Wert befunden, zum Beispiel erste Fahrtenberichte.

Im heftigen Gewitter vom Dienstagabend war die MS Schwan voll Wasser gelaufen und gesunken. Das historische Schiff für maximal 50 Gäste war erst im vergangenen Frühling vom eigens gegründeten Unterstützungsverein hergerichtet und in Verkehr gesetzt worden.

Die MS Schwan kann seit dem 1. März für Charterfahrten auf dem Zugersee gemietet werden. Stefan Hellstern kümmert sich um Betrieb, Unterhalt und Organisation der Fahrten. Das Boot wurde vermutlich um das Jahr 1918 gebaut, stand zuerst auf der Elbe und der Nordsee im Einsatz und kam 1923 von Hamburg in die Schweiz. Als MS Morgarten verkehrte es zuerst auf dem Ägerisee ZG, später tuckerte es unter dem gleichen Namen über den Thunersee. Ab Winter 1949/50 war es auf dem Brienzersee als MS Harder bekannt, bis es 2000 ausgemustert wurde. 2001 wurde das Schiff im Zugersee zu Wasser gelassen.

bru/fko/ber/sda

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