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Helikopter stellen Löschflüge über Nacht ein

In Visp im Kanton Wallis wütet ein schwerer Waldbrand. Mehrere Feuerwehrleute und Armeeangehörige sind im Einsatz. Die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, Wasser zu sparen.

Nun drohen Bodenerrosionen: Abgebrannte Bäume in Visp. (28. April 2011)
Nun drohen Bodenerrosionen: Abgebrannte Bäume in Visp. (28. April 2011)
Keystone
Es könnte noch Tage oder Wochen dauern, bis der Brand vollständig gelöscht ist: Feuerwehr im Einsatz in Visp.
Es könnte noch Tage oder Wochen dauern, bis der Brand vollständig gelöscht ist: Feuerwehr im Einsatz in Visp.
Keystone
Die Löscharbeiten dauerten bis abends an: Helikopter um 20 Uhr bei Visp.
Die Löscharbeiten dauerten bis abends an: Helikopter um 20 Uhr bei Visp.
Sebastian Marbot, Leserreporter
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Bei Visp im Oberwallis ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer begann um 15.30 Uhr in einem Karosseriebetrieb und griff auf den Wald über. Zehn Helikopter und 350 Feuerwehrleute bekämpften das Feuer, das auf rund 100 Hektaren wütete. Die Brandursache war unklar.

Bis zur Dämmerung gelang es der Feuerwehr, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die Trockenheit und der starke Wind erschwerten die Arbeit der Einsatzkräfte allerdings weiterhin, hiess es vor den Medien in Lalden VS. Da sich in Windrichtung aber keine Häuser befinden, musste niemand evakuiert werden.

Wegen der enormen Rauchentwicklung wurden die Einwohner der Nachbargemeinde Visperterminen von der Polizei gebeten, in den Häusern zu bleiben sowie Türen und Fenster zu schliessen. Bis am Dienstagabend bestand für die Bevölkerung keine Gefahr, wie die Polizei mitteilte.

Um 21 Uhr mussten die Helikopter ihre Löschflüge bis am frühen Mittwochmorgen unterbrechen. Während der Nacht setzen die Feuerwehrleute den Kampf gegen die Flammen am Boden fort. Sie werden von 120 Armeeangehörigen unterstützt.

Starker Rauch

Den Brand im Karosseriebetrieb am östlichen Rand von Visp hatten die Einsatzkräfte innert weniger Minuten unter Kontrolle gebracht. Der Wald jedoch brannte lichterloh, es gab eine enorme, kilometerweit sichtbare Rauchentwicklung.

Augenzeuge Christoph Bacher berichtete von mehreren Brandherden im Hang. «Ab und zu schiessen grosse Stichflammen hoch», sagte er gegenüber Redaktion Tamedia. Laut Augenzeuge Thomas Merz schafften Helikopter aus der näheren Umgebung Wasser herbei. Der ganze Hang sei mit Rauch eingedeckt. Einzelne Baumwipfel würden brennen, sagte er.

Leserreporter Marcel Stähli sah das Feuer vom Zug aus. «Es sieht so aus, als stehe der ganze Hang in Flammen», berichtete er. Der Rauch behindere die Sicht stark. Auf der Autobahn Richtung Brig würden sich deshalb die Autos stauen. Die Hauptstrasse zwischen Visp und wurde wegen des Waldbrandes gesperrt. Der Verkehr wurde via Südseite der Rhone umgeleitet.

Wind trieb Flammen bergauf

Die Flammen loderten an der Südflanke des Berges zwischen Visp und Eyholz. Ein heftiger Wind trieb sie weiter bergauf. Gegen die Flammen kämpften die Feuerwehren von Visp, des dortigen Industriebetriebs Lonza sowie mehrerer umliegender Orte.

Die Schweizer Armee beorderte zwei Super Puma-Helikopter nach Visp. Daneben kam ein Super Puma einer privaten Firma zum Einsatz. Dazu kamen fünf Helikopter der Air Zermatt und zwei von Air Glacier.

Türen und Fenster schliessen

Die Gemeindebehörden von Visp riefen die Bevölkerung dazu auf, so wenig Wasser wie möglich zu brauchen. Denn die Bekämpfung des Waldbrandes erforderte grosse Mengen an Wasser.

Die Trinkwasserversorgung bleibe gewährleistet, versicherte Gemeindepräsident René Imoberdorf. Der Bedarf an Wasser für die Brandbekämpfung sei aber so enorm, dass man den Appell zur Zurückhaltung beim privaten Wasserverbrauch erlassen habe. Die Massnahme habe keine generelle Wasserknappheit als Ursache.

Erinnerungen an 2003

Der Brand rief im Wallis Erinnerungen an den verheerenden Waldbrand vom August 2003 in Leuk VS wach: Bei dem Brand, der zu den grössten der Schweiz überhaupt zählt, waren rund 500 Hektaren Wald mit 200'000 Bäumen ein Raub der Flammen geworden. Es entstand ein Sachschaden von rund acht Millionen Franken.

Später gestand ein Mann, den Waldbrand gelegt zu haben. Er wurde 2005 zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Seit 1996 hatte er 36 Brände in der Region Leuk/Susten gelegt. Der schlimmste Waldbrand der Schweiz ereignete sich 1973 im Tessin. Damals wurden 1600 Hektaren Wald zerstört.

SDA/miw

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