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«Gott sei Dank, gibt es Kevin Vickers»

Kanada hat einen neuen Helden: Der Sicherheitschef höchstpersönlich brachte den Angreifer auf das Parlament zur Strecke.

Einer breiteren kanadischen Öffentlichkeit ist Kevin Vickers so bekannt: Der Sergeant at Arms in traditioneller Kleidung und mit goldener Keule in der Ehrenhalle des Parlaments in Ottawa. (25. März 2011)
Einer breiteren kanadischen Öffentlichkeit ist Kevin Vickers so bekannt: Der Sergeant at Arms in traditioneller Kleidung und mit goldener Keule in der Ehrenhalle des Parlaments in Ottawa. (25. März 2011)
Chris Wattie, Reuters
Am Tag nach dem Attentat im House of Commons geht Vickers an der Bibliothek vorbei, wo er den Attentäter Michael Z. erschossen haben soll. (23. Oktober 2014)
Am Tag nach dem Attentat im House of Commons geht Vickers an der Bibliothek vorbei, wo er den Attentäter Michael Z. erschossen haben soll. (23. Oktober 2014)
The Canadian Press, Sean Kilpatrick, Keystone
Steht 1000 Angestellten von mehreren Parlamentsdiensten vor: Kevin Vickers. (3. Juni 2011)
Steht 1000 Angestellten von mehreren Parlamentsdiensten vor: Kevin Vickers. (3. Juni 2011)
Chris Wattie, Reuters
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Vor jeder Sitzung trägt Kevin Vickers eine goldene Keule ins Parlament in Ottawa. Sein Job galt deshalb als zeremoniell. Doch Vickers ist auch der Chef des Sicherheitsdiensts. Und gestern zeigte der Sergeant at Arms des House of Commons, dass er diesen Teil seines Jobs sehr ernst nimmt. Denn es war offenbar der 58-jährige Chef persönlich, der den Mann erschoss, der mit einem Sturmgewehr ins Parlament stürmte.

Vickers stoppte den Attentäter, während sich im selben Gebäude Premierminister Stephen Harper mit Abgeordneten seiner konservativen Partei über die steigende Terrorgefahr im Land beriet. Als der Angreifer in den Gängen des Parlaments Schüsse abgab und die Sicherheitskräfte in Deckung gingen, soll Vickers in sein Büro gegangen sein, um seine Pistole zu holen. Dann habe er mit ruhiger Hand, die «Angelegenheit erledigt», fasst die «Washington Post» verschiedene Berichte zusammen.

«Es sind wahre Helden»

Eine offizielle Bestätigung, dass Vickers den Terroristen stoppte, gibt es hingegen nicht. Er selber hat sich auch nicht dazu geäussert. Diverse Politiker dankten dem Sicherheitschef des Parlaments jedoch. Am deutlichsten wurde laut CBC der Abgeordnete Craig Scott. Er schrieb auf Twitter: «Parlamentarier und Angestellte verdanken ihre Sicherheit, ja sogar ihr Leben dem Sergeant at Arms Kevin Vickers, der den Angreifer vor dem Sitzungsraum des Premierministers erschoss.»

Auch Justizminister Peter MacKay sprach ein grosses Lob aus: «Gott sei Dank, gibt es Kevin Vickers und die kanadischen Sicherheitskräfte. Es sind wahre Helden.»

Für die Sicherheit der Queen zuständig

Kevin Vickers trat den Posten als Sergeant at Arms des House of Commons laut CBC vor acht Jahren an. In dieser Funktion, die neben der Sicherheit auch Verpflegungs-, Transport-, Druck- und Postdienste des Parlaments umfasst, unterstehen ihm 1000 Angestellte. Vor seinem aktuellen Posten war Vickers bereits Direktor der Sicherheit im House of Commons. Davor diente er 29 Jahre lang bei der Royal Canadian Mounted Police (RCMP), der berühmten berittenen Polizei in roter Uniform. Dort führte er unter anderem Ermittlungen in Mordfällen und Drogendelikten und war für die Sicherheit der britischen Queen zuständig, als sie Kanada besuchte.

Im letzten Jahr setzte er sich dafür ein, dass die Sikhs ihren traditionellen Turban im Parlament tragen dürfen. Nationalisten aus Québec wollten das verbieten. Für seine Fürsprache wurde er von der indischen Religionsgemeinschaft geehrt. Vickers sprach sich auch gegen grössere Sicherheitsschranken beim Parlament aus. Das würde man in den USA machen, es entspreche aber nicht der kanadischen Art. Er hoffte wohl, dass auch gewalttätige Angriffe eher auf das südliche Nachbarland beschränkt bleiben. Nun geschah es trotzdem – und Vickers zögerte nicht zu handeln.

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