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Gefürchteter Heiliger

Gärtner und Sonnenanbeter lässt er erzittern: Pankratius, der uns morgen der sommerlichen Temperaturen beraubt. Dabei ist er eigentlich ein Helfer in der Not.

Märtyrer, Heiliger und Gärtnerschreck: Pankratius. Hier als Statue in der Pfarrkirche St. Pankratius (Degmarn).
Märtyrer, Heiliger und Gärtnerschreck: Pankratius. Hier als Statue in der Pfarrkirche St. Pankratius (Degmarn).
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«Wenn es an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.» Oder: «Pankraz hält den Nacken steif, sein Harnisch klirrt vor Frost und Reif.» Oder: «Pankraz macht erst dem Sommer Platz.» Pankratius, der am morgigen 12. Mai Namenstag feiert, verheisst selten etwas Gutes, wenn man diesen Bauernregeln Glauben schenkt. Er ist einer der drei berühmt-berüchtigten Eisheiligen, die meist pünktlich vor Mitte Mai nochmals auf Winter machen. So auch morgen.

Die Schweizer Meteorologen rechnen mit einem beträchtlichen Temperaturabfall bis zu 17 Grad von heute Freitag auf morgen Samstag: «Ein Temperatursturz von mehr als 10 Grad in einer solch kurzen Zeitspanne ist zwar nicht aussergewöhnlich, aber trotzdem beachtlich», sagte Ivo Sonderegger von Meteonews gegenüber Redaktion Tamedia.

Etwa ein Dutzend Pankraz' in der Schweiz

Einen Grund zum Jubeln gibt es also selten, wenn Männer namens Pankraz Namenstag feiern. In der Schweiz gibt es etwa ein Dutzend davon: zum Beispiel einen Pankraz Egli, einen Pankraz Breitenmoser, einen Pankraz Elmer oder einen Pankraz Freitag. Sie sind Chauffeure, Bergführer, Politiker oder Betriebsangestellte. Aber wer war eigentlich dieser heilige Pankratius? Der Legende nach soll er ein Junge aus Kleinasien (heutiges Gebiet der Türkei) gewesen sein, der als Waisenkind zu seinem Onkel nach Rom kam. Als dieser kurze Zeit später starb, fand Pankratius im christlichen Glauben Halt. Zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt: Denn zu jener Zeit war gerade der Christenverfolger Kaiser Diokletian an der Macht. Es dauerte nicht lange, da wurde Pankratius in Gefangenschaft genommen und mit dem Tod bedroht. Doch der 14-Jährige weigerte sich partout, dem christlichen Glauben abzuschwören. Das kostete ihn seinen Kopf, den Diokletian den Hunden zum Frass vorwerfen liess.

Etwa 200 Jahre später liess Papst Symmachus eine Basilika über Pankratius' Grab errichten und seit dem Mittelalter wird er in verschiedenen Regionen als einer der vierzehn heiligen Nothelfer verehrt. Immer dann wird er in die Gebete aufgenommen, wenn schwierige Zeiten drohen. So wohl auch morgen vom einen oder anderen übereifrigen Gärtner, der sich mit der Aussaat nicht gedulden konnte. Denn wir wissen ja, was geschieht, wenn morgen an Pankratius der Boden gefriert.

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