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Frau soll Entführung erfunden haben

Ein Mann ist in Kalifornien angeklagt, einen Teenager entführt und zehn Jahre lang sexuell missbraucht zu haben. Die Verteidigung widerspricht vehement.

Formell der Entführung zum Zweck der Vergewaltigung, obszöner Akte mit einer Minderjährigen und Freiheitsberaubung angeklagt: Isidro Garcia (l.) und sein Anwalt Charles Frisco auf dem Bild einer aus dem Gefängnis in Santa Ana übertragenen Gerichtsanhörung. (22. Mai 2014)
Formell der Entführung zum Zweck der Vergewaltigung, obszöner Akte mit einer Minderjährigen und Freiheitsberaubung angeklagt: Isidro Garcia (l.) und sein Anwalt Charles Frisco auf dem Bild einer aus dem Gefängnis in Santa Ana übertragenen Gerichtsanhörung. (22. Mai 2014)
Alex Gallardo, Reuters
Nach der Befragung seines Mandanten widerspricht Charles Frisco der Anklage.
Nach der Befragung seines Mandanten widerspricht Charles Frisco der Anklage.
Alex Gallardo, Reuters
Die beiden hätten zusammen die Kirche besucht und auch an Feiern teilgenommen: Eine Nachbarin zeigt ein Foto vom 29. Januar 2012, das den Entführer am dritten Geburtstag seiner Tochter zeigen soll. (21. Mai 2014)
Die beiden hätten zusammen die Kirche besucht und auch an Feiern teilgenommen: Eine Nachbarin zeigt ein Foto vom 29. Januar 2012, das den Entführer am dritten Geburtstag seiner Tochter zeigen soll. (21. Mai 2014)
Keystone
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Die Nachricht schockierte Amerika: Eine junge Frau hat nach eigener Aussage ein zehn Jahre langes Martyrium in der Gewalt eines Kidnappers überlebt. Während ihrer Gefangenschaft im US-Staat Kalifornien sei sie immer wieder von ihrem Peiniger sexuell missbraucht und psychisch misshandelt worden, teilte die Polizei der Stadt Santa Ana nahe Los Angeles mit.

Der Anwalt des Beschuldigten, Charles Frisco, wies die Vorwürfe am Donnerstag als haltlos zurück. Die Behauptungen seien Lügen, die Frau habe die Geschichte von der erzwungenen Heirat und der physischen und sexuellen Gewalt erfunden, weil die Beziehung zu ihrem Mann in die Brüche gegangen sei. Sein Mandant weise alle Vorwürfe zurück, er habe seine Frau nie geschlagen und sie auch nie daran gehindert, ihn zu verlassen, sagte Frisco am Rande einer Anhörung vor Gericht.

Mehrerer Verbrechen angeklagt

Das Opfer, das mit dem Entführer eine dreijährige Tochter hat und für Aussenstehende ein scheinbar normales Leben führte, ging am Montag zur Polizei. Zuvor hatte sie ihre Schwester über Facebook aufspüren und kontaktieren können. Ihr mutmasslicher Entführer wurde am selben Tag festgenommen.

Dem 41-Jährigen werden laut Polizei Entführung zum Zweck der Vergewaltigung, obszöne Akte mit einer Minderjährigen und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Er wurde am Donnerstag formell angeklagt.

Der Mann hatte den Polizeiangaben eine Beziehung zur Mutter der damals 15-Jährigen, die im Februar 2004 illegal von Mexiko zu ihrer Mutter und ihrer Schwester in die Kleinstadt Santa Ana zog und kein Englisch sprach.

Nachbarn schockiert und verwundert

Nachbarn zeigten sich schockiert. Das Paar sei in der Nachbarschaft bekannt dafür gewesen, die Kirche zu besuchen und Feste zu geben, bei denen es Tombolas für die Kinder im Ort veranstaltete. «Ich wundere mich, dass sie solange wartete, bis sie was tat», meinte Rita Salazar, die gegenüber wohnt. «Auch wenn sie Gelegenheiten zur Flucht hatte: Nach Jahren des physischen und mentalen Missbrauchs sah das Opfer keinen Ausweg aus seiner Situation (...)», hiess es in einer Erklärung der Polizei.

Die dramatische Geschichte der Mexikanerin erinnert an den Fall dreier Frauen, die rund ein Jahrzehnt lang in einem Haus in Cleveland von ihrem Peiniger Ariel Castro gefangen gehalten, vergewaltigt und geschlagen worden waren, bevor sie vor gut einem Jahr freikamen. Castro nahm sich im Sommer 2013 in der Haft das Leben.

SDA/rub

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