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Frankreich bewaffnet seine Bademeister

Ein Anschlag wie im tunesischen Badeort Sousse soll an französischen Stränden verhindert werden. Die Behörden haben Massnahmen ergriffen.

Hunderte Polizisten als Bademeister im Einsatz: Touristen geniessen die Sonne am Strand von Antibes im Süden Frankreichs. (Archivbild)
Hunderte Polizisten als Bademeister im Einsatz: Touristen geniessen die Sonne am Strand von Antibes im Süden Frankreichs. (Archivbild)
Keystone

Aus Sorge vor Anschlägen an Stränden sollen während der Sommerferien in Frankreich rund hundert Polizeibademeister mit Schusswaffen im Einsatz sein. Damit sollen unter anderem Anschläge wie derjenige nahe dem tunesischen Badeort Sousse vor einem Jahr mit 38 Toten verhindert werden, wie am Dienstag aus Polizeikreisen verlautete. Die Polizeibademeister sollen sich aber auch besser verteidigen können, sollten sie selbst Ziel eines Angriffs werden.

An Frankreichs Stränden sind Jahr für Jahr Hunderte Polizisten als Bademeister im Einsatz. Schusswaffen trugen sie dabei bisher nicht bei sich – in der Regel gibt es in ihrem Wachtposten lediglich einen Teleskopschlagstock und Handschellen.

In diesem Sommer sollen von den knapp 300 an Stränden eingesetzten Polizeibademeistern nun hundert ihre Dienstwaffe mitführen. «Sie werden sie in einer Gürteltasche bei sich tragen», sagte ein Polizeivertreter. Beschlossen wurde die Massnahme nach der tödlichen Messerattacke eines Islamisten auf einen Polizisten und seine Lebensgefährtin nahe Paris vor zwei Wochen.

Klar als Polizisten zu erkennen

«Den Polizisten muss eine Möglichkeit der Verteidigung gegeben werden, wenn sie angegriffen werden», sagte der Polizeivertreter. «Mit ihren T-Shirts mit dem Polizeiwappen sind sie an den Stränden klar als Polizisten zu erkennen.» Zugleich sollen die bewaffneten Polizeibademeister schnell einschreiten können, sollte jemand einen Anschlag auf Strandgäste verüben wollen.

Dieses Jahr werden übrigens deutlich weniger Polizisten als Bademeister im Einsatz sein als noch im vergangenen Sommer – der seit den Anschlägen vom 13. November geltende Ausnahmezustand und die Fussball-EM binden viele Beamte. Viele Bürgermeister von Strandorten stellen deswegen Saisonkräfte als Bademeister ein, um die Lücken zu füllen.

AFP/woz

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