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Flüchtlinge hängen sich an Fischkäfig – sieben Tote

Angeklammert an einem Fischkäfig im Schlepptau eines Boots versuchten über hundert tunesische Flüchtlinge, nach Italien zu gelangen. Als die Besatzung jene entdeckte, kappte sie das Seil. Sieben Personen sind ertrunken.

95 Menschen konnten von der italienischen Küstenwache gerettet werden: Ein Boot mit Flüchtlingen vor Lampedusa.
95 Menschen konnten von der italienischen Küstenwache gerettet werden: Ein Boot mit Flüchtlingen vor Lampedusa.
Reuters

Mehrere Flüchtlinge sollen bei dem Versuch ertrunken sein, angeklammert an einen Thunfisch-Haltungskäfig die italienische Küste zu erreichen. Die Überlebenden der Überfahrt im Schlepptau eines Fischkutters berichteten, mindestens sieben Migranten hätten sich nicht sicher genug an dem schwimmenden Käfig festhalten können und seien umgekommen.

Die Besatzung des Kutters habe das Verbindungsseil gekappt und die Flüchtlinge zurück ins Meer gestossen, sagten die Augenzeugen den Medienberichten vom Montag zufolge. 95 Personen, die sich an den Thunfischbehälter geklammert hatten, den der tunesische Fischkutter hinter sich herzog, konnten von der italienischen Küstenwache in Sicherheit gebracht werden.

Die italienischen Behörden konnten die Nachricht der sieben Toten nicht bestätigen, da im Meer keine Leichen gefunden wurden. Ermittlungen wurden in die Wege geleitet, um festzustellen, ob die Flüchtlinge tatsächlich gestorben sind.

Fast 1000 Flüchtlinge gerettet

In dramatischen Rettungsaktionen hat die italienische Küstenwache am Wochenende mehr als 900 Bootsflüchtlinge in Sicherheit gebracht. Am Sonntag wurden mehr als 250 Flüchtlinge gerettet, deren Boote Medienberichten zufolge bei der Überfahrt über das Mittelmeer in Seenot geraten waren. Am Samstag rettete die italienische Küstenwache insgesamt rund 690 Flüchtlinge aus Booten, deren Motor versagte oder die bereits voll Wasser gelaufen waren.

Einige der Flüchtlinge vom Wochenende stammten aus Syrien und Afghanistan, mehr als 100 Männer kamen aus dem nordostafrikanischen Eritrea. Zu den Geretteten gehörte ein kleines Mädchen, das während der Überfahrt von der Türkei nach Italien geboren worden war. Wegen des derzeit guten Wetters rechnet Italien mit einer erneuten Flüchtlingswelle.

SDA/wid

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