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Familientragödie mit fünf Toten erschüttert Österreich

Schrecklicher Unfall in Niederösterreich: Ein Familien-Van wurde an einem unbeschrankten Bahnübergang von einem Zug mitgerissen. Zwei Erwachsene und drei Kinder sterben – drei weitere wurden schwer verletzt.

Der Vater ignorierte wohl das Stoppschild: Ein Zug kollidierte mit einem Auto im österreichischen Purgstall (22. Mai 2015).
Der Vater ignorierte wohl das Stoppschild: Ein Zug kollidierte mit einem Auto im österreichischen Purgstall (22. Mai 2015).
EPA/Paul Plutsch/Keystone

Der dramatische Unfalltod von fünf Familienmitgliedern hat über Pfingsten eine Gemeinde in Niederösterreich tief erschüttert. Die drei Kinder und zwei Erwachsenen starben, als ein Personenzug ihren Familien-Van rammte und fast 100 Meter weit mitriss.

Drei weitere Kinder der insgesamt achtköpfigen Familie wurden bei dem Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang schwer verletzt.

An der Unfallstelle unweit des Wohnortes der Opfer hätten sich am Freitagabend «erschütternde Szenen abgespielt, als kurz nach der Kollision Angehörige eintrafen», sagte Polizeisprecher Johann Baumschlager der Nachrichtenagentur dpa.

Allem Anschein nach habe der 26-jährige Fahrer des Vans das Stoppschild und das Warnkreuz vor dem Bahnübergang in Purgstall an der Erlauf – rund 120 Kilometer westlich von Wien – ignoriert und sei ohne anzuhalten auf die Gleise gefahren.

Verletzter Junge in kritischem Zustand

Ausser dem Fahrer starben bei dem Unfall, der kurz vor 19 Uhr geschah, dessen 32-jährige Lebensgefährtin sowie zwei Jungen von sieben und acht Jahren und ein elfjähriges Mädchen.

Der Mann war der leibliche Vater von drei Kindern in dem für maximal sieben Personen zugelassenen Auto. Die anderen drei hatte er adoptiert, sie stammten von seinem Bruder. Die Lebensgefährtin hatte laut Polizeiangaben keine eigenen Kinder mit in die Familie gebracht.

Die schwer verletzten Kinder – zwei Mädchen von vier und fünf Jahren sowie ein zwölfjähriger Junge – wurden in Spitäler geflogen. «Die beiden Mädchen sind operiert worden und ihr Zustand ist stabil», sagte der Polizeisprecher. «Der Zustand des Jungen ist jedoch kritisch.»

Der Bürgermeister Christoph Trampler sagte, die Gemeinde stehe unter Schock angesichts «dieser Tragödie, die ihresgleichen sucht».

Viele der rund 5400 Einwohner stellten am Bahndamm Kerzen und Kreuze auf und legten Blumen nieder. Ein «dunkler Schatten» sei zu Pfingsten über Purgstall gefallen, hiess es am Sonntag bei einem Trauergottesdienst in der Predigt. Kerzen, Kreuze und Blumen sollten ausdrücken, was «was wir nicht in Worte fassen können».

Unfallträchtige Bahnstrecke

An der Unfallstelle war ein Grossaufgebot von Rettungskräften im Einsatz. Die Angehörigen der Opfer sowie einige der Helfer wurden von einem Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

Auch für erfahrene Polizisten sei die Rettungs- und Bergungsaktion ein «sehr emotionaler Einsatz» gewesen, sagte Baumschlager. «Wir lieben unseren Beruf, aber an solchen Tagen hassen wir ihn.»

In dem Zug mit zwei Triebwagen der Erlauftalbahn sassen weniger als zehn Fahrgäste. Niemand von ihnen wurde verletzt. Der 41-jährige Lokführer habe die Kollision nicht verhindern können, hiess es in einer Mitteilung der Polizei.

Das Unglück war die dritte tödliche Kollision zwischen Triebwagen der Erlauftalbahn und Autos an unbeschrankten Bahnübergängen seit Mitte März. Bei den beiden anderen kamen drei Frauen ums Leben. Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) in Wien hat Österreich im europäischen Vergleich die höchste Dichte an Eisenbahnkreuzungen und «eine überdurchschnittlich hohe Rate an nicht technisch gesicherten Übergängen».

SDA/bru

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