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Ex-Model kämpft an der Front gegen den IS

Die Kanadierin Hanna Bohman verteidigt ihre Ideale gegen Jihadisten in Syrien – und geriet deswegen in Lebensgefahr.

Hanna Bohman ist ein ehemaliges Model, stammt aus Kanada und kämpft derzeit in Syrien gegen IS-Terroristen. Nachdem sie beinahe bei einem Motorradunfall ums Leben kam, hat es sich die 46-Jährige zur Aufgabe gemacht, die kurdische Arbeiterpartei PKK im Krieg gegen den «Islamischen Staat» zu unterstützen – und zwar direkt an der Front.

Bohman hat sich der Frauenverteidigungseinheit der PKK angeschlossen. In ein Kriegsgebiet zu reisen und einer Kampfeinheit beizutreten sei einfacher gewesen, als sie erwartet hatte, sagt die Kanadierin gegenüber dem «Business Insider Australia». Als sie im Irak ankam, verbrachte sie zunächst einige Tage in einem Haus. Nachdem sie sich akklimatisiert hatte, überquerte Bohman den Tigris und betrat syrischen Boden, wo sie nach eigenen Angaben ein kleines Kampftraining erhielt.

Im Visier der Scharfschützen

Anfänglich hätte sie kleinere Aufgaben, wie die Bewachung eines Gebietes, übernommen. Jedoch sei sie sehr schnell in eine erfahrenere Einheit eingeteilt worden, wo sie rasch zu Kämpfen begonnen hatte, und dort dem Tod zum ersten Mal in die Augen schauen musste: «Als ich gerade in unsere Unterkunft ging, wurde ich von einem Scharfschützen getroffen.»

Davon liess sich die Frau jedoch nicht abhalten, im Gegenteil. Boheman kämpft danach gar an der Front etwa in Temir oder Abyad, wo sie erneut ein Scharfschütze ins Visier nahm: «Die Kugel flog so nah an mir vorbei, dass ich ihren Luftzug spürte.»

Es war keine Verletzung, welche Bohman nach der Schlacht in Abyad zur Rückreise bewog. Weil sie seit ihrem Eintreffen im Irak beinahe 15 Kilo abgenommen hatte, trat sie die Heimreise nach Vancouver an. In ihr altes Leben fand die Kanadierin jedoch nicht mehr zurück, zu stark war der Ruf der Schlacht. Also kehrte sie bereits im September nach Rojava zurück, wo sie seither für ihre Ideale kämpft.

Falsche Bilder

Im Interview mit der australischen Wirtschaftszeitung erklärt Bohman, dass viele Menschen ein falsches Bild vom Krieg hätten: «Es ist nicht so, dass wir ständig um unser Leben fürchten müssen, und Kugeln und Granaten hin und her fliegen.» Die meiste Zeit würde sie schlafen, essen und putzen. Ausserdem sei die Terrormiliz IS gar nicht so gross und mächtig, wie man meinen möge. Durch geschicktes Einsetzen von Social Media wirke die Miliz grösser und gefährlicher als sie tatsächlich sei. Die besten Männer des IS seien in Mossul und Raqqa stationiert: «Dort werden die grossen Schlachten stattfinden», ist sich Bohman sicher.

«Es gibt nicht viele von uns hier, aber wir verkörpern unsere Sorge um die Menschheit», so Bohman. Sie seien die Speerspitze einer Gruppe aus Menschen, welche nicht länger auf das Scheitern ihrer Regierung warten wollten. «Wir glauben hier das Richtige zu tun, das Böse zu bekämpfen und den Hilflosen zu helfen.»

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